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NVA

Den Fuchsbau bewacht - meine 18 Monate bei der NVA.

 

Der Fuchsbau

Durch eine Glasscheibe getrennt von Besuchern, Wind und Wetter, angetan mit dunkelblauem Schlips und in einer Uniform eines zivilen Wachschutzes sitze ich hier und die Nachtschicht vergeht nur langsam. Obwohl heute viele den Notarzt aufsuchen ist es ruhig. Es kommen ein paar Gedanken, die ich versuche zu verarbeiten. Drei Kontrollen der Feldjäger und der Besuch eines stark verschnupften Technikers habe ich hinter mir. Nun noch 3,5 Stunden, dann geht es nach Hause ins Bett.
   Bin hier beim Bundeswehrkrankenhaus an der Pforte und regele den Einlass und die Schranken zum Gelände. Unweit der Friedrichstrasse, trotzdem mit dem Auto gekommen, weil die Zugverbindung morgens nicht so klappt.
   Bei den Technikern war einer mal bei dem gleichen NVA-Objekt beschäftigt, wo ich als 19 jähriger 184 Wachen gestanden habe. Es handelt sich um den Fuchsbau in Fürstenwalde Süd, in den Rauener Bergen. Adolf seine SS hat mit Hilfe von KZ-Häftlingen einige Stollen angelegt, ein Bunker mit mehreren Etagen. Nach 1945 stand er leer, die Russen hatten vergeblich versucht ihn zu sprengen. Die kasernierte Volkspolizei übernahm ihn und das Gelände und schon bald war es ein Geheimobjekt. Als Mottschütze gezogen musste ich in Straussberg während der A-Kompanie  einige Fragebögen ausfüllen. Der Dreh- und Angelpunkt war, ob westliche Verwandte da sind. Diese gab ich nicht wahrheitsgemäß an und nach den ersten 6 Wochen Ausbildung, wo man uns das Laufen, Grüßen, Schrank- und Betten bauen beigebracht hatte, mussten wir ca. 20 Soldaten mit dem Dienstgrad Flieger auf einem LKW Platz nehmen und wurden dort hin gefahren. Es wurde nicht das Ziel genannt, auch die Ausbilder taten dumm. Geheimnisvolle Ungewissheit bis die Plane geöffnet wurde. Nur so viel war klar, dass wir 40-50 km gefahren und nun in einem Wald absteigen durften. Ein zweistöckiges Gebäude, vor dem eine Betonstrasse in einem Kreis endete. Eigenartig war, dass die Strasse  und die Gebäude Tarnfarbe trugen. Im Kopfbau wurden wir über die Geheimhaltungsbestimmungen unterrichtet und jeder musste dafür unterschreiben. Die Details an unseren Uniformen die uns als zu den Fliegern gehörig identifizierten,  mussten sofort gegen zum Beispiel graue Schulterstücken ausgetauscht werden. Die Adresse war nur eine Postfachnummer und Name ohne Dienstgrad zu beschriften. Ein Hauptmann Krebs stand vor uns und ich fand, dass der Name gut zu seinem krebsroten Gesicht passte. Dann ging es ins Nachbargebäude, der Unterkunft für die Wachkompanie. Ich denke mal gut 30 Stufen hoch, sehr flach gebaut mit einem langen Mittelgang. Wir waren nun der dritte Zug und die  Rotärsche. Die dort schon etablierten Soldaten machten uns klar, dass unsere Finger noch krumm sind vom Koffer tragen. Der zweite Zug, das waren die  Zwischenpisser, die freuten sich, weil sie nun schon ein halbes Jahr rum hatten und der erste Zug gestattete uns bald feierlich ihre Bandmaße an zu schneiden. Eine EK-Kugel zu bauen war nicht so einfach, aber als sie dann über den langen Korridor ratterte, wurde sie schell konfisziert. In Ermangelung dessen wurde ein Spaßvogel mit 5 Stahlhelmen (2 unter den Ellenbogen, 2 unter die Knie und einen auf den Kopf) mit einem Tritt ins Hinterteil  scheppernd  in Bewegung gesetzt. Das wurde natürlich auch gleich verboten.   Bis zum Wochenende hatten wir politischen Unterricht und Wacheinweisungen, Waffenreinigen. Nach den 24 Stunden Wachdienst konnten wir in den Ausgang nach Fürstenwalde. Bis zur ersten Kneipe, dem   Fliederheim  waren es zu Fuß etwa 3 km. Das Fliederheim war bei den Gaststätten  die unterste Kategorie. Das Bier schmeckte nicht  gepflegt, kostete aber auch nur 41 Pfennige. Die Bedienung meist unfreundlich, das Lokal nicht übertrieben sauber mit entsprechenden Toiletten. Ein großer Teil der Soldaten machte sich die Mühe mit dem Bus weiter in die Stadt rein zu fahren. Es wurde uns genau gesagt welche Kneipen wir zu meiden hätten. Weil in Fürstenwalde der  Hund begraben war, gingen einige Soldaten nicht immer in den Ausgang. Der Sold war 80,- Mark, später als Gefreiter gab es 125,-Mark und für Gaststättenbesuche blieb nicht viel, wenn man noch Zigaretten brauchte. Mein Kumpel Pfeifer und ich, wir gingen aber trotzdem gern in Fürstenwalde spazieren und sind zu 22/oo Uhr „voll wie die Eimer“ zurückgekehrt. Der Trick bestand darin, zu sehen, wo russische Offiziere (in Zivil)  becherten. Wir fragten, ob noch Plätze am Tisch frei sind,  gaben eine Runde Bier aus  und wurden meistens mit Wodka zu geschüttet. Einmal hat Pfeifer seine Uhr mit einem Russen getauscht, weil dem das (billige) Klapparmband  (mit Spangen) so gut gefiel.    Am Wochenende war es dann  im Fuchsbau immer sehr ruhig, fast familiär. Die Offiziere wohnten außerhalb und meist musste ein Unteroffizier OvD übernehmen. Der Essensaal war klein und wir bekamen das Essen getrennt von den Offizieren. Rund um das Objekt gab es zwei Zonen, getrennt bewacht durch Streife laufende Soldaten. Als ich 1967 entlassen wurde, begannen die Vorbereitungen für die Errichtung eines Elektrozaunes und die Wachkompanie wurde stark dezimiert. Im Bereich um den Bunker waren noch mal zwei Stacheldrahtzäune mit einem geharkten Streifen Sand in der Mitte. Eine Runde war ca. 1 km und man hatte 1 Stunde Zeit dafür. Mit einer großen Akkulampe sollte in der Nacht immer ein viertel des Sandstreifen auf Spuren abgeleuchtet werden. Der Wachdienst hatte sich damals in den 16 Monaten mehrmals grundlegend geändert. Ich musste in den ersten Wochen noch auf einen Holzwachturm stehen. Das war die lässigste Art, denn mit drei gelösten Wandbrettern konnte man ohne Angst überrascht zu werden sich auf dem Brett ausstrecken, wobei zwei Bretter über Kreutz auf der Luke standen und dadurch ein Zutritt nicht möglich war, die Literatur wurde im Dach versteckt. Die Seitenfenster hochgeschoben habe ich aus Langeweile immer den Verschluss meiner Kalaschnikow  durchgezogen und die Patronen vielen nacheinander auf den Bretterfußboden. Als ich einmal etwas zu schnell durchzog flog die Patrone durchs geöffnete Fenster. Ich habe ca. 1 Stunde unten im Sand gesucht und sie dann mit dem Zündtütchen nach oben gefunden. Man hat sich dann gewundert wie ordentlich und sauber es unter meinem Turm aussah. Die Postentürme wurden abgeschafft, es mussten zwei Soldaten Runden gelaufen, später lief nur einer Runden, dann wieder nur abschnittsweise. Es wurde immer wieder geändert. Fakt ist aber, dass nur der OvD bewacht wurde. Eine Sonderreglung erlaubte ihm die Kontrollen ohne den Aufführenden durch zu führen. Er konnte also jeder Zeit allein die Posten aufsuchen.  Er sagte seinem Gehilfen (GOvD) und das war ja einer von unserem Zug, wann er geweckt werden wollte. Das war dann die Zeit, in der Kontrollen zu erwarten waren. Sagen wir mal so,- schlief der OvD, schlief der ganze Wachzug. Es war kein Posten draußen, in der Wachstube und im Schlafzimmer grunzten und schnarchten die Posten mit. So bald er aufstand, wurden die Posten geweckt und die sind dann  wie die Hühner, so schnell wie möglich zu ihren Bereichen gerannt. Ein Hauptmann Bloch hatte den Ehrgeiz uns möglichst bei der schlechten Wachdienstdurchführung zu überführen. Als er OvD hatte, machte er heimlich Spuren zwischen den Stacheldrahtzäunen und wartete dann auf den Alarm, der aber bei unserer und bei der folgenden Wache nicht ausgelöst wurde, weil  kein Schwein  die große Akkulampe mitschleppte zum Ausleuchten und auch am Tage hat keiner was gesehen. Das Theater ging nach hinten los und  verpuffte  wirkungslos. Ekliger fanden wir schon, als er auf die Wählerscheibe unseres Telefons im Wachlokal die Asche seiner Zigarette ablegte um zu sehen ob wer den unteren KDP warnt. Pfeifer pustete sie einfach weg, machte den Warnanruf und legte seine Asche drauf. Da war Bloch sauer und montierte beim nächsten Male die Wählscheibe ab und nahm sie mit. Unser Wachhabender beschwerte sich, weil wenn ein Losungswort gekommen währe, das Telefon unbrauchbar war. (Das ging wieder nach hinten los.)  Ein großes Risiko war die große Außenstreife. Die wurde zu zweit gelaufen und ging außen um das Objekt herum. Ein EK (Entlassungskandidat) sollte sie mir zeigen, aber er hatte keine Lust und somit wusste ich nicht wo sie wirklich lang ging. Natürlich hat es mich dann auch mal erwischt. Der Stabsfeldwebel Brünn kontrollierte uns und da ich Streifenführer war, wurde ich mit drei Tagen Arrest bestraft. Wir hatten uns auf einer Wiese gesonnt und mein Kamerad sagte zu spät Bescheid, dass der OvD uns kontrollieren kommt. Diese drei Tage waren im Nachbarobjekt, der so genannten Ziegelei ab zu sitzen.  Die Zellen waren im hinteren Teil des dortigen Wachlokals und da ich die Wachsoldaten gut kannte aus gemeinsamen Ausgang, wurde auch nicht zu geschlossen. Dort wurde, so wie bei uns, Wache geschoben. Als mal  Not am Mann war, weil jemand Bierholen wollte, bin ich auch mal für eine halbe Stunde gestanden. Zum Essen bin ich dann immer allein gegangen und fand es angenehm nicht grüßen zu müssen, weil ich weder Koppel und Käppi anziehen musste. Der Küchendienst fragte gleich warum ich hier bin und ich bekam nur die feinsten Sachen! Am dritten Arresttag machte ich dann die Bekanntschaft eines etwas unangenehmeren OvD. Der versuchte mich zu drangsalieren, aber gegen Mittag musste ich schon wieder entlassen werden.
    Ich hatte noch Glück mit meinem Knast, denn in der Zwischenzeit ging eine kurze Übung mit Zelte aufbauen im Wald am Petersdorfer See zu Ende. Nun bewachte ich schon ein Jahr diesen Bunker und keiner wusste genau was dort drinnen ist, deshalb war der Bunker hin und wieder Gesprächsthema. Als ich mal mit dem Gefreiten Bork quatschte, ließ ich mal die Story raus, die ich unten in der Stadt in der Kneipe gehört hatte. Recht verdutzt war ich, als ich zum Kommandeur gerufen wurde. Oberstleutnant Heider und noch jemand drangen in mich und wollten mehr erfahren. Ich erfuhr dann dass der Stinker Bork ein Spitzel war (ein länger Dienender, der sich bewähren sollte) und man meinen guten Kontakt zu einem Unteroffizier, der unten im System arbeitete, argwöhnisch beobachtet hatte ,- der hatte mir aber wirklich kein Sterbenswörtchen verraten.  Ich bekam für mein Gequatsche eine Bestrafung vom Kommandeur, das waren 3 Dienstverrichtungen außer der Reihe. Ganz schlimm lief die Sache dann ab, als besagter Unteroffizier, genau wie ich  „schwarz“ nach Hause fuhr im Ausgang. Nur, er hatte seine Uniform im Wald versteckt und fuhr in Zivil. Jemand hatte die Uniform gefunden und es gab  Großalarm.  Bei aller Routine als  Wachdackel wurde es selten langweilig. Das bevorzugte Hobby vom Stabsfeldwebel Brünn waren lange Märsche, die letzten 5 km unter Schutzmaske. Die Zeiten unter Schutzmaske wurden immer mehr ausgeweitet. Als dann eines Tages die Wachkompanie in der Wachvorbereitung schon mit Schutzmaske angetroffen wurde ist jemandem aufgefallen, dass es so nicht weiter gehen konnte und der Blödsinn wurde auf ein erträgliches Maß zurückgeschraubt. Beim Ableisten meiner drei Dienstverrichtungen musste ich zum Medpunkt, zum Unteroffizier Rutkowsky. Ich sollte ihm drei Medizinschränkchen an die Wand bauen und wir waren uns gleich relativ symphatisch, besonders als wir feststellten, dass er aus Bln. Adlershof und ich unweit wohnte. Hatte ich mal von der Wache die Schnauze voll, dann spielte ich Fußball und mit der entsprechendem ordentlichen Beule am Bein zog ich in den Medpunkt für ein paar Tage ein und  gammelte dort rum.  Als einmal im Winter bei extremer Kälte und hohem Schnee Rutkowsky auf einem  Abhärtungstrip  war legte er auf den Tisch eine aufgezogene Spritze und stellte sich unter die ganz heiß aufgedrehte Dusche um dann nackt raus zu laufen, sich im Schnee zu wälzen. Sollte er einen Kreislaufkollaps bekommen, sollte ich ihm die Spritze verabreichen, wozu es aber nicht kommen sollte. Rutkowsky war ohne hin manchmal ein  seltsamer Typ. Als er einmal im Herbst von verschnupften Soldaten in Massen „belästigt“ wurde, sagte er mir, dass er nun nur noch Spritzen geben werde. Ich wunderte mich einmal, warum der Kamerad so wehleidig wurde und fragte nach. Er grinste und meinte, dass es sich nur um destilliertes Wasser handelte und dass es ziemlich brennen würde. Im Nu blieben die Klienten fort und er hatte seine Ruhe. In unseren Gesprächen war zu Hause natürlich ein Thema. Er verriet mir, dass er öfter schwarz nach Hause fährt. Ich tat es ja auch, aber so doll traute ich ihm auch wieder nicht, dass ich so was zugeben würde. Es geschah dann, dass wir mal gleichzeitig in Ausgang gehen konnten. Er bot an, dass wir gemeinsam per Anhalter über die Autobahn fahren sollten. Ich lehnte empört ab. Er lief Richtung Tankstelle, weil er es dort schneller schaffen würde mitgenommen zu werden. Ich lief weiter gerade aus und winkte hin und wieder auf der Autobahn. Ein LKW hielt an und Rutkowsky saß dort lachend mit drin. Er gab mir dann noch einen Blanko-Uhrlaubsschein , damit ich, da in Uniform, mich bei einer Kontrolle hätte retten können.  Bei der Rückfahrt benutzte ich den Vorortzug und zog dann auf der Toilette kurz vor Fürstenwalde  wieder die Uniform an. Irgendwie hatte der Hauptfeldwebel Wallert manchmal „einen Riecher“, oder Informationen und wartete mit ein par Mann auf dem Bahnhof  um die „schwarzen Schafe hoch zu ziehen“. Noch in letzter Sekunde habe ich ihn mal entdeckt und bin schnell auf der Bahnsteigabgewandten Seite ausgestiegen und bis zur Schranke gelaufen um die andere Seite zu erreichen und zum Fuchsbau rechtzeitig ein zu treffen.
    Stabsfeldwebel Brünn schlich oft vor den offenen Fenstern der Kompanie herum und hat so viele Dinge aus Gesprächen der Soldaten aufgeschnappt und verwertet. Es gab Sachsen, Thüringer und ein par aus Berlin und Umgebung. Eine Hand voll Röhner (zänkisches Bergvolk) waren in meinem Zug. Aussprache und Ausdrücke mal ganz anders als wir es gewohnt wahren. Untereinander sehr solidarisch, aber im Streit von einer „Urkomik“, die nicht zu beschreiben ist. Steiner, Kirchner, Fiedler und Preisel hießen sie und waren charakterlich sehr verschieden, jedoch als Kameraden goldig. Preisel verspotte (ähnlich wie der brave Soldat Schweg) die Vorgesetzten mit einer Phantasie, die erstaunlich war. Er hatte dann so viele Bestrafungen, dass er sehr selten mal in Ausgang gehen konnte und durch die vielen Urlaubssperren, hatte man Mühe, dass er seinen Urlaub in den 18 Monaten nehmen konnte. Natürlich glaubte kein Vorgesetzter Preisel, dass er in ein Loch im Wald nähe des Objekts gefallen ist, nach viel Mühe raus kam und deshalb die Ausgangszeit weit überschritten hatte. Der anschließende Modellversuch am Loch brachte die Wahrheit. Kirchner  „geigelte“ oft rum, hieß deshalb der Geigler und war auch sehr selten im Ausgang. Als er mal ziemlich „voll“ von einer Militärstreife kontrolliert wurde, kamen die mit ihm nicht klar und er raste leider aus und bezog mächtig Prügel und bekam obendrein noch 3 Wochen Knast, die er dann noch nachdienen musste. Steiner war kein echter Röhner, aber er machte jeden Quatsch mit und als besonders kleiner Soldat zu einigen Kunststücken in der Lage.
  Alkohol, meist Schnaps wurde oft reingeschmuggelt. Ein Vorgesetzter sagte mal in einer Diskussion, dass wenn man die Phantasie der Soldaten beim Schmuggeln für militärische Dinge nützen könnte, wir unbesiegbar währen.  
   Fürstenwalde an der Knatter hat eine interessante Spree-Brücke mit auf jeder Seite einen Stahl-Rundbogen. Von unseren Vorgängern hörten wir, dass nur die Schärfsten vom Fuchsbau sich trauten da rüber zu gehen. Mit 10-12 Bieren sind Pfeifer und ich auch da rüber. Wenn ich heute mit dem Auto dort lang fahre muss ich immer noch daran denken, was wir doch für leichtsinnige Burschen waren. Wer bis jetzt gelesen hat, dem erzähle ich nun auch noch was aus dem Fuchsbau geworden ist. Die Korrekten Fakten kann man auf der Homepage von Manfred Rassau nachlesen . Manfred hat mich unlängst mit seiner Frau besucht. Er kannte unseren damaligen Hauptfeldwebel und die meisten Vorgesetzten und sagte mir wo die heute wohnen,- aber ich wollte damals wie heute von denen nix wissen. Sie waren nicht alle sehr korrekt zu uns, - aber wie soll das auch gehen, wenn so ein Typ wie ich auch hin und wieder für Ärger sorgte (ohne erwischt zu werden). Immerhin bin ich mit 11 offenen Bestrafungen doch Gefreiter geworden. Die kurioseste Bestrafung, ein par Dienstverrichtungen außerhalb der Reihe, fasste ich ab wegen „Tage in den Schnee pinkeln“ direkt vor dem Wachlokal. Ich hatte nicht bedacht, dass in der Nacht kein Schnee mehr gefallen ist und der Kommandeur rot beziehungsweise gelb gesehen hat. Da sich keiner meldete, mein Zug der Ausgang gestrichen  werden sollte und (unser schwuler) Genosse Frint (auch ein Berliner) ohnehin mich verraten hätte, hab ich mich gemeldet. Interessieren würde mich heute mal, wie das in meiner Akte formuliert wurde. Die Homepage über den Bunker ist sehr interessant. Viel interessanter als mein vorliegender Beitrag. In der ganzen Armeezeit habe ich nur zwei Auszeichnungen erhalten. Das war mal ein Sonderausgang bis 2/oo Uhr für ein gutes Schießergebnis bei einem Wettschießen mit den Russen und einen Tag Sonderuhrlaub für eine gute Reaktion. (Von den Russen ließ ich mir ein paar Reservepatronen schenken, damit kein Stress aufkommt, wenn mir mal wieder was abhanden kommt. Schwierig war es die Patronen so zu verstecken, dass sie bei der häufigen  Filzerei nicht gefunden wurden.) Nun mal zu der Reaktion. Es war im allgemeinen oft günstig sich freiwillig für Sonderaufgaben zu melden. Zwei mal im Jahr war großer Alarm im Bunker. Es kam von Strausberg General Scheibe und Oberstleutnant Reinhold mit seinem Stab. Die blieben bis zu zwei Wochen unten. Die Sonderaufgabe bestand darin Garderobendienst zu tun. Im Kopfbau gleich am Bunkereingang wurden die Mäntel und Mützen abgelegt. Also einmal Garderobe abnehmen, tagelang „gammeln“ während dessen die Kameraden im Dezentralisierungsraum ihre Übungen, so wie Wachdienst durchführen mussten. Keine wusste, wann die Typen wieder hoch kamen. Ich stand gerade vor Scheibe sein Mantel und betrachtete  die dicken goldenen Raupen der Schulterstücke. Ganz plötzlich war Aufregung, ….. die kommen, ….. die kommen. Die Kameraden waren sofort hinter ihren Barrieren verschwunden um die Mäntel zu greifen. Da Scheibe sein Mantel extra hing, ich davor stand und keine Lust hatte einen Hechtsprung über die geschlossene Klappe zu machen, nahm ich seinen Mantel vom Bügel und half ihm rein. Das hatte unser Kommandeur wohlwollen zur Kenntnis genommen. Den Tag Sonderurlaub nahm ich sofort, weil ich wusste, dass man dafür auch hätte offene Bestrafungen streichen können. Es gäbe noch die eine oder andere Begebenheit, über die man berichten könnte. So zum Beispiel wie die EK`s den Spieß im Heizhaus verbrennen wollten, oder wie wir anstatt Kartoffeln zu sortieren Unterleutnant Brix Konserven geklaut haben. Erwähnenswert ist vielleicht auch wie der ganze Zug Pilze gesammelt hatte, die wir dann während der Wache in der großen Kippbratpfanne mit viel Zwiebeln zubereitet haben. Oder das Ding mit dem Anzeigeschrank für die Soldaten die auf Streife mit einem Telefon zum Stecken unterwegs waren. Das Stecken des Hörers ließ über Relais ein Lämpchen auf einem beleuchteten Lageplan angehen. Der Wachhabende konnte dann die Meldung, „ . . …. Ohne Vorkommnisse …….“  entgegen nehmen. Hauptmann Bloch saß dann mal vor dem Gerät und als die nächste Lampe kam, griff er zum Telefon und wunderte sich, dass keine Meldung kommt. Ihm wurde erklärt, dass es verabredet ist, nur bei Vorkommnissen zu melden. In Wirklichkeit schlief die Streife, was man an der Anzahl der Kalaschnikows im Waffenständer hätte unschwer sehen können. Dass die Lämpchen angingen, dafür sorgte eine von hinten durch die Rückwand geschobene Hand, die die Relais drückte, damit sich Hauptmann Bloch keine Sorgen machen musste. Ich komme jetzt mal zum Schluss und möchte nur sagen, dass ich zu frieden war nicht an die Grenze gekommen war.                               
Ich hätte mir den Bunker gerne mal in von innen  angesehen, aber nach der Wende war nun  der richtige Zeitpunkt verpasst. Die Homepage von Manfred Rassau vermittelt sehr gut die Bedeutung des Bunkers.  Zu finden unter    . . . .

http://nva-fuchsbau.privat.t-online.de/fbz001.htm   


katze                                             ek tuch

Autor: hladam -- 31.5.2006 20:50:18

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