Im Laufe eines Lebens kommt es immer zu Weichenstellungen, die nicht immer von uns selbst vollzogen werden. Eine gute Startposition garantiert noch lange nicht ein glückliches Zielergebnis. Die Frage kann nur heißen, was wollen wir erreichen? Die äußeren Einflüsse verändern unsere Möglichkeiten. Phantasie, der unbändige Wille und ein Quäntchen Glück gehören dazu, wenn man sich nicht nur treiben lassen will. Da alles nicht wie in einem Actionfilm abläuft, merken wir oft im Nachhinein, dass wir hätten anders reagieren sollen. Wir fügen uns also wieder in die Verhältnisse ein und schimpfen uns etwas verpasst zu haben. So passieren politische Veränderungen, berufliche Entwicklung, Kriminalität, Gesundheit, Lottogewinn, Geisterfahrten auf der Autobahn und das Glück in der Liebe, ohne dass es immer lange vorher geplant war. Wir leben mit unter in den Tag hinein und genießen die Möglichkeiten, die wir dann doch nicht nutzen.
Flugzeuge fallen vom Himmel und wir sitzen nicht drin. Wir sitzen beim Abendbrot und verfolgen diese Nachricht im Fernsehen. Es verdirbt nicht mal den Appetit, wenn die Kamera das Ausmaß ganz nahe zeigt. Wir sind abgebrüht genug uns mehr darüber zu ärgern, dass gerade die Butter zu Ende geht und die Reserverbutter vom Kühlschrank nun nicht streichfähig ist, als das menschliche Leid, die Trauer von vielen anderen Mitmenschen. Irgend wie bemerken wir nicht die Respektlosigkeit der Korrespondenten und nur die spektakulärsten Bilder lassen uns auch mal inne halten. Woran mag das liegen?
Jeder ist letzt endlich doch seinem Schicksal ausgeliefert. Die eigentlich nur glücklichen Umstände lassen uns hin und wieder mal an unsere angeblichen Fähigkeiten glauben, die Selbstachtung steigen. Schlagfertigkeit ersetzt die logische Folgerung, Intuition, Lebenserfahrung, Charaktereigenschaften haben das Steuer in den entscheidenden Momenten übernommen, macht uns zum Helden oder zum Idioten.
Dabei gibt es so viele Dinge, die wir beeinflussen können, wenn wir nur wollten, aber wir lassen das die Anderen machen und die machen dann z.B. Kriege, Betrügereien, unsinnige Versicherungsabschlüsse und die Politiker hauen uns die Taschen so voll, dass die Näte platzen. So, oder so ähnlich, war das schon zu Kaisers Zeiten so und liegt somit in unseren Genen.
Wir haben also keine Schuld, -na Gott sei Dank!
Autor: hladam -- 15.2.2008 23:01:48
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