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Familie mit Bus

In der Siedlung, auf dem letzte Grundstück vor dem Oder-Spree-Kanal auf der linken Seite, ging im Sommer 2007 ein interessantes Kapitel zu Ende.

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So sieht es heute (ab dem 12.08.007) hier aus. Alles abgerissen und weg geschafft, bzw. gesäubert, nach dem ein Brand auf dem Nachbargrundstück und der Sturm Kyrill großen Schaden angerichtet hatte. Den letzten Rest gab dann ein Streit mit dem Verpächter. Es wurde gekündigt und tabula rasa gemacht.

Dass es früher mal anders ausgesehen hat, möchte ich hier mal veröffentlichen.

Leute wie du und ich, die schon vor 37 Jahren, mit etwas Glück einen so genannten Doppelstockbus zum Schrottwert kauften und ihn zur Gartenlaube umfunktionierten.

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So an die 20 Jahre genieße ich das Privileg in einem kleinen Dorf zu wohnen. Mit dem Hund an der Leine betrachtete ich wie es sich im Laufe der Zeit veränderte, genau so wie die mir nun schon vielfach bekannten Bewohner, deren Kinder und Kindeskinder. Die Alten sterben, Grundstücke wechseln den Pächter, oder Besitzer, die Natur holt sich ihr Territorium zurück wenn Niemand etwas tut, oder Bäume wuchsen gewaltig, sie werden dann zur Gefahr für Häuschen, Garagen und Nachbarn. Ob man sich kennt, oder nicht, das ist, außer bei neu zugezogenen Städtern, nicht ausschlaggebend für eine freundliche Begrüßung, wenn man sich trifft. Wer die Zähne nicht auseinander bekommt, der gilt schnell als arrogant, oder als unfreundlicher Patron. Wer Zeit hat spricht mit seinem Nachbarn, hört sich berechtigte, oder auch unberechtigte Klagen an, pflegt Kontakte und hört manch guten ungefragten Rat. Ich kann mich nach der Wende nur an den blauen Wagen erinnern, in dem mir der beleibte Kraftfahrer stets zu winkte und wenn ich mit dem Hund vorbei ging und er am Zaun stand, kam stets ein Gespräch zu Stande. Er hatte mehrere Bauten, die mit Holz verkleidet waren. Eine Sauna, einen so verkleideten Doppelstockbus und einen großen Geräteschuppen.

Dass es sich um einen Bus handelte sah man an den Fenstern oben. Da ich weiter keinen kannte mit solch einem Gerät, vermutete ich einen Busfahrer als Besitzer. Machte mir weiter keine Gedanken darüber und erfuhr erst jetzt, dass er ein in seinen Kreisen, bekannter Kameramann für naturwissenschaftliche Filme war. Auch in der Wendezeit bemerkte ich in Gesprächen ein leises Bedauern, dass die DDR so sang- und klanglos untergegangen ist. Ein zugezogener Feuerwehrmann aus dem Ort entpuppte sich als Brandstifter einer Holzlaube auf seinem benachbarten Grundstück, wobei der Wind so ungünstig gestanden hat, dass sein Schuppen arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Versicherung zahlte knapp die Hälfte des Schadens und er baute schnell das Nebengelass wieder auf. Er hatte glücklicher Weise eine gerade erst fertig gestellte Weihnachtspyramide vorm Brand mit nach Hause genommen. Es gab also immer etwas zu erzählen, wenn ich ihn traf. Ein Jahr später hatte der Sturm fast ein Dutzend Bäume in seinem Viertel umgeknickt. Drei davon erwischten noch mit der Krone seinen Bus und das Ärgerlichste war, dass er seinem Verpächter seit geraumer Zeit in den Ohren gelegen hatte wegen der vorsorglichen Beseitigung. Der Bauer aber wollte, trotz Gutachten, die Kosten nicht tragen und somit nahm das Unglück seinen Lauf. Wegen der letzten Pachterhöhung war ohnehin das Band der Sympathie schon überdehnt. Kündigung und Ende, dachte der Kameramann, aber der Bauer nahm die Kündigung an und verlangte vollständigen Rückbau. Obwohl ein williger Nachnutzer vorhanden war, begann der beschwerliche Abriss. Der Bus kam wieder zum Vorschein und wurde mit viel Mühe, von Oldtimerfreunden zur Abfahrt wieder flott gemacht. Als ich vom Urlaub heimgekehrt war, vernahm ich tagelang Schleifgeräusche bei meinem Nachbarn. Er hatte sich einiges Holz von der Verkleidung geholt, arbeitete es auf und verblendete damit den Giebel seines Schuppens. Ich kam also zu spät. Wochen später gelang es mir andere Holzteile der Sauna für mich zu sichern.

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Mit dem Ergebnis der Räumung habe ich mit dem Ende der Bus - Geschichte der Familie Schönberg meinen Bericht begonnen. So oberflächlich soll es aber nicht bleiben, denn was da abgelaufen ist, sollte doch etwas beleuchtet werden. Wer die TV-Sendereihe Außenseiter-Spitzenreiter Folge 238 vom 29.05.2002 gesehen hat, bekam einen Eindruck von der Gartenlaube, dem Autobus. Wer sich das Ganze noch mal durch den Kopf gehen lässt, sich dafür interessiert, erkennt die Möglichkeiten und Nachteile, die sich ergeben. Das Raum und Platzangebot war gegenüber einem Wohnmobil gewaltig, allerdings die Wärmeisolierung lies die Nutzung nur in der warmen Jahreszeit zu. Nebengelass und Sauna waren zusammen mit der Laube sechs mal Angriffsziele für die Dorfjugend mit krimineller Neigung. Sicher war es in erster Linie nur Neugier, aber einige Dinge wechselten auch den Besitzer. Es wurde mehr Schaden angerichtet als geklaut. Daher waren Schönbergs gezwungen regelmäßig ihr Anwesen zu kontrollieren. In den vergangenen 37 Jahren wurden viele Feste gefeiert, gebaut, verbessert und stolz vorgeführt. Mit der Wende, dem Untergang der DDR, änderte sich das freundschaftliche Verhältnis zum Verpächter. Die Pacht wurde in bestimmten Abständen erhöht, wogegen sich Schönbergs regelmäßig mit mäßigem Erfolg wehrten. Es dauerte dann noch einige Jahre, bis man sich gar nichts mehr zu sagen hatte. Auch mit Hilfe eines Rechtsanwaltes war keine Einigung mehr möglich. Sturm, Brand und noch ein Sturm zwangen die Familie zur Aufgabe, weil der zugefügte Schaden von der Versicherung nur teilweise beglichen wurde. Die Nachbarn wendeten sich auch demonstrativ ab und das Ende nahte mit der Androhung des Verpächters auf Eigenbedarf für ein Familienmitglieds zu klagen. Der Bus wurde einem Oldtimer - Club kostenlos überlassen und dafür wurde beim Abbau geholfen. Da alles korrekt entsorgt wurde, ist es überflüssig zu erwähnen, dass auch diese Aktionen viel Geld gekostet haben. Übrig bleiben nur diese Bilder und ein Grundstück, welches kein Eigenbedürftiger bebauen kann (kein Bauland!) und nutzen wird. Mir wird es ein Rätsel bleiben, warum der Familie Schönberg dieser materielle Schaden zugefügt wurde?

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Weitere Gedanken können wir gemeinsam entwickeln unter:

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http://www.razyboard.com/system/morethread-rechtkaunrechtkagerechtigkeitbetrachtungen-hladam_-1000208-4780480-0.html#go_229757

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Im Februar 2009 kommt wieder etwas in Bewegung.

     




Autor: hladam -- 23.2.2009 6:18:38

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