
Meine Mark Brandenburg sollte ich euch vielleicht mal richtig vorstellen.
Über die Mark Brandenburg und deren heutige Bewohner kann ich euch aus meiner ganz persönlichen Sicht berichten. Hier wurde ich geboren und hier wird voraussichtlich auch mal mein letztes Stündlein schlagen. Als Nachkriegskind in einer Zeit der Not und Entbehrung von den Eltern wohl behütet aufgewachsen, in einem anderen Deutschland als heute, mit der Gewissheit dass Schule, Beruf, Familie dem Staat lückenlos eine Verpflichtung war, für das Nötigste zu sorgen. Deshalb fühlen sich noch heute viele Menschen dem sozialem Netz aus DDR-Zeiten mehr verbunden, als die der neuen, ungewohnten Ellenbogen-Gesellschaft. Die Oberfläche Brandenburgs birgt einige landschaftlich interessante Stellen. Die Eiszeit hinterließ viele Hügel, so dass in den weiten Flachlandstreifen sich die Rüdersdorfer Kalkberge nahe Berlin abhoben. Weitestgehend in einer etwa 150 Kilometer breiten Mulde gelegen, vom südlichsten bis zum nördlichsten Höhenrücken, dem Urstromtal. Bis heute sind Oder, Spree, Havel, Elbe mit ihren Nebenflüssen geblieben. Jeden Frühjahr und Herbst gab es Überschwemmungen, in Brandenburg Luche genannt. So entstand südlich von Berlin der Spreewald aus dem Oder,- Warthe,- und der Netze,- Bruch. Die vielen Kanäle machen den besonderen Reitz aus. Mit flachen Kähnen wurde bis heute ein großer Teil der Verkehrsverbindung realisiert. Mit Kanälen und Schleusen und vielen Entwässerungsgräben wurden fruchtbare Wiesen und Felder geschaffen. Die früheren Herrscher versuchten das unterworfene Slawengebiet mit Menschen zu besiedeln, die sich auskannten mit den Naturgewalten wie See und Sumpf. So erschufen auch Flamen und Holländer Ackerland zur Zeit von Albrecht der Bär. In Anlehnung an diese Siedlerzeit heißt daher der südliche Höhenzug der hohe Fläming. Der 200 Meter hohe Hagelberg zwischen Belzig und Dahme erhebt sich aus dem flachen Land. Wegen dem überall befindlichen feinen, gelblich bis rostbraunen Sand spricht man von der märkische Streusandbüchse. Es wachsen vorwiegend hochstämmige Kiefern, auf den Feldern werden Roggen, Hafer und Kartoffeln angebaut, vor der Erfindung des Kunstdüngers in der Dreifelderwirtschaft.
Zwischen dem hohen und dem niederen Fläming, in der Senke des Nuthe-Tals liegt die Stadt Jüterbock. Noch heute wohnen zum Beispiel im Bereich des Spreewaldes viele Wenden und Sorben. Zur Abwechslung gibt es in den Niederungen zwischen Lübben und Cottbus noch größere Erlenwälder und die Spree zerteilt sich in etwa 300 Arme, was Lübbenau so idyllisch wirken lässt. Die Holländer sollen vor 400 Jahren mit dem Anbau von Gurken begonnen haben, die angebauten Sorten waren vorwiegend aus Russland. Meerrettich, Zwiebeln, Kohl und Bohnen gedeihen hier besonders gut, diese Spezialitäten werden hoch geschätzt. Wer schon mal eine Kahnpartie über mehrere Stunden mitgemacht hat ist begeistert über den Witz und bodenständigen Humor des wendischen Fährmann, der mit einer langen Stange durch gemächliches Staken die Passagiere in eine traumhafte stille Wasserlandschaft führt.
Als die Globalisierung noch nicht so fortgeschritten war, da galt der Spreewald als der Gemüsegarten Berlins. Die Vermarktung des Spreewälder Gemüses gelang auch heute, nur währe an zu merken, dass einiger Etikettenschwindel betrieben wird, weil ein Teil der Betriebe auch angelieferte Produkte verarbeitet. Die Eigentümer ließen nur den Markennahmen bestehen und die Solidarität der Brandenburger rechnet sich.
Ein anderes interessantes Siedlungsgebiet seit Mitte des Siebzehnten Jahrhunderts, ist der Oderbruch, wo Friederich der Große unterhalb von Seelow und Küstrien durch Eindeichung Sumpftrockenlegung den Platz für 43 Dörfer schaffen ließ. Mit Stolz hatte er verkündet, dass er mitten im Frieden eine Provinz erobert hat. So stellen Fläming, Spreewald, Niederlausitz, Oderland den einen Teil der Mark Brandenburg dar. Havelland, die Prignitz und Ukermark der andere Teil mit ähnlicher Geschichte, aber anderem Anglitz. Baumeister aus Utrecht hatte schon der Vater von Friedrich dem Großen, der Soldaten König Friedrich Wilhelm, ins Land geholt um unter deren Anleitung den havelländischen Hauptkanal mit den Nebenverbindungen bauen zu lassen. Sümpfe wurden urbar gemacht und Torf gestochen wie später auch an der Oder, Warthe und Netze. Das Havelland hat noch immer wenige Straßen, die aber mit vielen Birken, Kopfweiden und Silberpappeln umsäumt sind. Berliner und Potsdamer nutzen das Havelland zur Erholung. Legendär ist das Fest zur Baumblüte in Werder. Dieses kleine wendische Dorf wuchs in den dreißiger Jahren zur Stadt, nicht zuletzt die vielen Obstplantagen mit Kirschen, Pflaumen, Pfirsich und nicht zu vergessen die Erdbeeren. Spargel und Kürbis muss ich natürlich auch noch erwähnen.
Wende mich nun der Märkischen Schweiz und dem Ruppiner Land zu, das ist die hüglige Landschaft zwischen Barnim, Bad Freienwalde und Buckow mit Tannen, Lärchen, Buchen und Birkenhängen. Dieses Wald und Seengebiet um Gransee, Neuruppin und Rheinsberg ist ganz einfach schön. Der Rheinsberger See mit seinem Naturschutzgebiet in der Schorfheide zog schon die DDR-Prominenz an, davor hatte sich schon ein Herrmann Göring eingenistet, aber Spuren sind kaum noch zu finden. Dann der Stechlinsee, Templiner See, Werbeliner See, oder der Grimnitzsee der dann schon wieder in die Ukermark erstreckt. Im Obrabruch an der westpreußischen Grenze gab es mal Korbweidenpflanzungen, bei Drossen Maiglöckchenfelder, von denen Keime in die ganze Welt verschickt wurde. Nördlich der Ücker Richtung Prenzlau wurde sogar Tabak angebaut. Ob noch heute entzieht sich meiner Kenntnis, weil landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften fast alle platt gemacht wurden. Das Schiffshebewerk in Niederfinow, östlich von Eberswalde gelegen ist ein beachtliches technisches Werk das den Hohenzollernkanal und den Finowkanal mit der Oder verbindet. Ein neues Bauwerk ist schon in Vorbereitung, wie ich hörte.
Fasse ich mal die erzählten Dinge aus der Mark Brandenburg zusammen, gibt es Dank Holländer, Salzburger Protestanten, Emigranten aus der französischen Revolution und aus vielen Ländern der Erde in der Mark so etwas wie in den Vereinigten Staaten, ein zusammen gewürfelter Haufen Menschen, die wie ein Schmelztiegel einen eigenen Menschenschlag hervor gebracht haben DEN BRANDENBURGER. Er ist grob, bisweilen stur, bodenständig, mit manchmal trockenem Humor. Auf weitere Besonderheiten möchte ich in Hinblick auf eure knappe Zeit nicht mehr eingehen. Brandenburger sind gute Leute, - das könnt ihr mir glauben.

viele Brandenburger sind gottesfürchtig

dieser Altar ist aus Bienenwachs

auch die Rückwand ist mit Bienenwachs beschichtet
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Quelle:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0131/none/0046/index.html
Ein in Deutschland bislang einzigartiges Kunstobjekt hat die Bildhauerin Brigitte Trennhaus geschaffen. Aus rund 1 000 Kilogramm Bienenwachs goß sie einen Kirchenaltar.
"Honig-Kirche" nennen die Bewohner von Neu-Hartmannsdorf, einem kleinen Ort im Landkreis Oder-Spree, ihre Dorfkirche. Wer sie betritt, weiß auch gleich warum - der süße Duft von Bienenwachs steigt dem Besucher in die Nase. Honiggelb ist die elf Meter hohe und zwölf Meter breite Wand, auf die die Bildhauerin Brigitte Trennhaus in mühseliger Kleinarbeit rund 30 Schichten Bienenwachs aufgetragen hat.
Zeitzeugnis
Davor steht der 99 Zentimeter hohe Altar aus dem Naturprodukt. Als "zukunftsweisendes Zeitzeugnis" wurde dieses ungewöhnliche Kunstwerk von der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst ausgezeichnet.
Bei einem Spaziergang durch die sommerlichen Spreeauen kam der Künstlerin die Idee für den Bienenwachs-Altar. Am Ortseingang von Neu-Hartmannsdorf hatte sie ein Imker-Schild entdeckt. Später erfuhr sie, daß in dem Dorf jeder zweite Haushalt mit Bienen zu tun hat. Spontan entschloß sie sich: "Wachs ist mein Material." Denn auch ihr Vater ist Imker. "Ich weiß, was es bedeutet, Bienenwachs künstlerisch umzusetzen", betont die 53jährige, die bereits im In- und Ausland ausgestellt hat.
Standen die Dorfbewohner der Aktion anfangs noch skeptisch gegenüber, konnte Pfarrer Albrecht Rüttinger sie von dem Kunst-Konzept für die evangelische Hoffnungskirche überzeugen. Bald brachten sie Woche für Woche das Wachs in die Kirche, das sie noch zu DDR-Zeiten gesammelt hatten. Erhitzt und gegossen wurde es in einem Waschzuber. Rund drei Monate hat Brigitte Trennhaus für den Altar gebraucht, in dem persönliche Erinnerungsstücke der Dorfbewohner mit eingegossen worden sind - zum Beispiel eine alte Bibel. "So haben einige Gemeindeglieder eine persönliche Beziehung zu dem Altar", so die Künstlerin, die seit drei Jahren in Berlin lebt. Nach einem Stipendium in Rußland hatte sie den Entschluß gefaßt, die "Zusammenführung von Ost und West" vor Ort mitzuerleben.
Kunst aus Katalogen
Sie verwendet am liebsten Materialien aus dem Alltag. Für ihr jetziges Projekt hat Brigitte Trennhaus den Quelle-Katalog zerschnitten. Auf den ersten Blick wirkt es sehr banal, gibt sie zu, "aber alles ist eine bewußte Entscheidung". Jede Seite hat sie spiegelsymmetrisch ausgeschnitten. Nur der Rahmen blieb stehen. Auch die Menschen seien spiegelsymmetrisch angelegt. "Wenn es zu einem stärkeren Austausch zwischen der linken und rechten Hirnhälfte käme, wären wir Menschen zu größeren Leistungen fähig." Ausgestellt wird die filigrane Kunst in einem Münchner Kulturverein. Für das nächste Kunstwerk hat die Bildhauerin schon eine neue Idee - einen Beate-Uhse-Katalog. +++
Autor: hladam -- 12.6.2009 6:56:26
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