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Selbstgespräche über`s Alter.

Selbstgespräch im Alter

 

Neben dem Reichtum an Jahren, hat der reichlich betagte Mensch eine Menge von gesundheitlichen Einschränkungen, denen er immer mehr Tribut zahlen muss. Für einen Erstklässler mit seiner Zuckertüte ist der 20-jährige schon alt, wobei wieder ein Rentner ihn als ganz jungen Hüpfer bezeichnen wird. Mit dieser Sichtweise wird alles relativiert. Allgemeingültig sind Probleme immer im Zusammenhang mit dem Lebensalter zu betrachten. Dem Jüngeren traut man eher zu, dass er sich selber helfen kann, - er muss nur seine Fehler rechtzeitig erkennen, sich bremsen und korrigieren. Lebt der Alte oft in seinen Erinnerungen, träumt sich der Junge in seinen Vorstellungen eine glückliche Zukunft zusammen. Der große Lottogewinn ist das einigste, was jeglichen Rahmen sprengen kann. Genau so relativ wie das Verhältnis alt zu jung, ist die Vorstellung vom Glück. Kleinlich oder großzügig, zufrieden oder unzufrieden, - alle Zustände können nie ganz einheitlich bewertet werden, ohne das Alter zu berücksichtigen. Zweckoptimismus trifft auf den depressiven Unglücksmagneten, das ist aber wahrscheinlich die beste Mischung fürs Leben. Menschen die keine Angst kennen sind für uns keine unbedingten Vorbilder. Die sich bietenden Möglichkeiten real einschätzen erfordert Wissen und Erfahrung, was nur bei älteren Personen anzutreffen ist. Die mangelnde Kraft kann durch Technologie, fehlende Geduld durch starke Nerven ausgeglichen werden. In die Jahre gekommen nutze ich bewusst die Vorteile eines älteren Menschen. Ohne Zeitvergeuden gehe ich Aufgaben an und die ausgestrahlte Solidität bringt mir Akzeptanz, führt zum Erfolg. Nach Außen unerschütterliches Vertrauen signalisierend gelingen oft auch Dinge, die eigentlich längere Diskussionen erfördert hätten. Hüten muss man sich nur vor der offenen Zurschaustellung der eigenen Selbstzufriedenheit, weil die bei vielen Mitmenschen ganz schlecht ankommt und die ansonsten lockere Atmosphäre vergiften kann. Neid und Missgunst können den Erfolg schnell schmälern, sogar verhindern. 

Es bedarf überhaupt keiner empfindlichen Nase zur Bestätigung, dass man Angst riechen kann. Sicher hängt das mit dem Schwitzen zusammen, wenn der Schreck den Kopf rot, oder blass werden lässt, dazu wohl möglich heize und kalte Wellen den Rücken, rauf und runter laufen. Angst ist ein Gefühl was uns zur gesunden Vorsicht mahnt. Ein kleines Lächeln, nicht ein freches, oder gequältes, verlegendes Grinsen, entspannt die Situation, bereitet eine gemeinsame Grundlage vor. Die Bereitschaft zur friedlichen Einigung, zur positiven Entscheidung kann manchmal, neben den offiziellen Richtlinien, von solchen kleinen Äußerlichkeiten abhängen, weil es immer viele Kann-Bestimmungen gibt. Für einen richtig symphatischen Menschen springt sogar manch Beamter über seinen eigenen Schatten. Schon wenn unterlassen wird dem genauen Gesetzestext zu folgen, ist es noch keine Rechtsbeugung. Einer rassigen, schönen, jungen Frau gelingt auch viel mehr, als einer traurig, vergrämt dreinschauenden Frau, die auf Mitleid baut. Mit betonter Leichtigkeit und dem festen Entschluss ist vieles erreichbar.

Eigentlich brauchte ich diese Dinge gar nicht erwähnen, weil sie selbstverständlich sind, jedoch manchmal vergessen werden, bei der Forschung nach der Ursache eines Misserfolgs.

 

 Worte, nichts als Worte, hört man am Telefon. Der Gesprächspartner bleibt zumeist unsichtbar. Auch hierbei überträgt sich ein Lächeln. Gespräche in bequemer Sitzhaltung unterscheiden sich von Gesprächen im Stehen, oder Herumlaufen. Nervosität erzeugt ein ungesundes, spürbares Spannungsfeld. Eigenartig, aber wahr!

 

Nach dieser umfassenden Einleitung komme ich nun zum eigentlichen Anliegen. Das was der Mensch als Glück definiert. Benötigt wird es von Jedem, erkannt wird es selten. Erst wenn es gar nicht mehr geht, spürt der Mensch, dass er bisher eigentlich immer Glück gehabt hat. Ein gehörig zurückgeschraubte Erwartungshaltung erleichtert uns das ertragen der täglichen Schwierigkeiten. Im Rückblick bleiben oft nur die glücklichen Momente in der Erinnerung. Obwohl genug Ärger und Widerstände zu überwinden war, zählen wir fast nur die Erfolge. Deshalb reden wir unnötiger Weise von der guten alten Zeit, von den goldenen Jahren. Wir waren jung und unvoreingenommen, belastungsfähig, haben vielleicht die Tragik, das Unglück in voller Tragweite gar nicht erkannt, oder es war uns sogar egal, weil wir die Schwerpunkte anders gesetzt hatten. Die Anrechenbarkeit vom vergangenen Dingen, Fakten, mag gegeben sein, hat aber für die heutige Jugend keinen besonderen Wert, wenn eine Wiederholung ausgeschlossen ist. Mit dem Kopf durch die Wand gelang nur Heinz Rühmann in einem Kinofilm. Glücklich wurde er auch nur in dem Maße, wie es im Drehbuch vorgesehen war.

Akzeptieren, was nicht zu ändern ist, ändern, was man ändern kann, das liegt oft bei uns selber, in unserem Wesen, im Charakter, vielleicht sogar in unserem ganz persönlichem Schicksal. Die Kirchen, Sekten und die okultisch angehauchten Himmels-, oder Höllenanbeter möchten Nutzen ziehen aus unserer Zaghaftigkeit, der Verzagtheit, dem mangelnden Mumm sich dem heutigen, oft garstigen Alltag zu stellen. Sie behaupten alles beeinflussen zu können und fordern dafür meist finanzielle Opfergaben. Unwissend werden wir geboren und im Alter, meist kurz vor dem Tot, verlieren wir das Wissen, damit wir dem Ende ruhig und gleichgültig entgegen treten können. Ohne Angst, ohne Sorgen und dem ganzen Ballast, den wir uns mal aufgebürdet haben. Dann ist das Leben vorbei. Ein Leben mit verpassten Chancen, ein Leben mit schweren Zeiten, aber auch mit Glück und erfüllten Wünschen. Noch mal an den Start gehen um alles anders zu machen, - das bleibt uns verwehrt und das ist ganz sicher auch gut so, sonst verlieren alle Dinge ihren Wert.

Könnten wir unser Leben, wie einen Computer bei Bedarf "reseten", kämen einige von uns nie bis zum Ende. Das Leben würde auch nicht in Zufriedenheit ablaufen, sondern wir würden uns selber um jegliche Weiterentwicklung betrügen. Der Schlusssatz ist geschrieben.

 Wer will kann es gleich noch mal lesen und dann wieder vergessen!

Autor: hladam -- 19.8.2009 21:52:58

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