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Anfang und Ende

Tot

Pässe in Ordnung, Flieger bezahlt, denn wir wollen uns von Tolik verabschieden.

toliktot

Wer zählt die Tränen, wer glaubt an das Übernatürliche ?
Das jedes Ding auf der Welt seinen Zweck erfüllt, jede Frage eine Antwort bekommt, das würde bedeuten, dass uns der Lebensweg vorausbestimmt ist. Die raschen Wendungen versetzen uns immer wieder in Erstaunen.  Schuldzuweisungen suchend wird die Sicht durch Stimmungen, Vorurteile, so wie durch Verdrängung von Tatsachen getrübt, um ein festes Bild im Kopf zu behalten. Nicht jede Katastrophe in den täglichen  Nachrichten löst entsprechende Trauer aus, aber wenn in der Verwandtschaft der Tot Jemanden aus unserer Mitte reißt, fragen wir uns entsetzt, warum der und warum so früh? Dass die Gesundheit unser höchstes Gut ist bemerken wir erst, wenn wir krank werden. Ohne die Unbedachtheit der Jugend würde uns die Weißheit des Alters gar nicht auffallen, würden keine Neuanfänge, Initiativen, Jahrhundertbauwerke entstehen können, weil zu allem Fantasie und der Glaube an die Zukunft gehört. Die Gewissheit, dass schon Generationen vor uns zum gleichen Ergebnis, Gedanken gelangten lassen wir außer Acht, bis wir es akzeptieren müssen.  
     Der Tot setzt alle Zwänge außer Kraft und zeigt uns wie bedeutungslos die uns wichtig erscheinenden Dinge werden können. Die Besinnung ist aber nur wie eine kleine Pause, denn die Zeit vergeht und wir selber nähern  uns diesem Zustand, der uns erlöst von all unseren Pflichten.
    Die Kirche und der Glaube an Gott tröstet nur den Jenigen, der sich auf seinem Lebensweg reglementieren und führen lassen will. Welchen Sinn sollte es haben im Alter fromm zu werden? Besser ist es zu besagtem Termin einen Schlussstrich zu ziehen. Das Ergebnis aus addieren und subtrahieren der guten und schlechten Taten wird immer unterschiedlich ausfallen, ganz nach Betrachtungsweise und Betrachter. Tränen lassen alles verschwimmen und erleichtern.    

 

 

 

 

 

Für die  Anteilname vielen Dank.

Auch bei Fam. Stutzbach, Fam. Dienemann, Fam. Burow, Fam. Busch, bei  Ludmilla, der Nachbarschaft, Freunde, Kollegen und Bekannte möchten wir uns dafür bedanken. 

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keinPC

 

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beloretshensk

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Reisfelder

Reisfelder bei Krasnodar . . . . Breschnjews Idee . . . . .

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vonoben

Hier werden noch Firmen gebaut, bei uns geschlossen.

bergstrasse

In den Bergen wohnen wenige Menschen, Jeder kennt Jeden.

bergdorf

. . . . . nur nicht so schnell fahren wegen dem Viehzeug . . . .

besuch

Ganz selten kommt Besuch und dann noch Auslaender . . .

maedchen

. . . . . keine Angst . . . . vor nichts . . . .

indenbergen

Ein Lamm extra fuer Schaschlik geschlachtet . . . , anstatt Votka Samogon.

Ein Wasserbauingeneur kann alles . . . .

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ferkel

. . . . . Schweinerei . . . .

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befreundet

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. . . . . eine Gans geht auf die Reise in die Berge . . . .

Wer hat schon einen eigenen kleinen See . . . .  ?

stall

Hier standen mal bis zu 80 Rinder . . . . , die wurden per Hand gemolken!

natur

Ein traumhafter Ausblick  . . . . bis zum Horizont alles Eigentum . . . .

katzenfressengurken

Die Katzen fressen Gurken !

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garagentor

Halkas Schluepferparade . . . . .

aufmbasar

Ueberall gute Freunde und Bekannte . . . . .

. . . Mensch, wie hast du dich veraendert . . . .

flusssteine

Der Fluss Belaja wechselt laufend sein Bett, was liegen bleibt sind Steine.

steinbrecher

Im Stadtbereich drei mal Steinbrecher . . . . . pausenlos . . . .

steinbrechlaerm

Dieses Ding macht einen Hoellenlaerm . . . . Tag und Nacht.

Kein Mensch beschwert sich . . . .

belaja

Wild und eiskalt . . . . kommt aus den Bergen . . . kaum zu baendigen.

ges  

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magasine

. . . . viele, viele Laeden . . . aber wenig Geld, kaum ein Geschaeft zu machen.

Er hat keine Schuld, er haette das so nicht gewollt . . . . . !

dummenfang

Gegensaetze ziehen sich an . . . . .

felderunbestellt

Riesige UNBESTELLTE  Felder . . . . keine Arbeit, kein Kolchos, kein Geld.

frischemilch  Frische Milch . . . . mmmmh.

repkatzen

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emailsabholen

Meine eMail konnte ich nur bei Jura nachsehen . . . nichts mit Internetkaffee.

Danke noch mal,- sehr netter Bursche! CPACIBO JURA ! 

rubelgeld

. . . . . ohne Moos nichts los . . . .  35 Rubel sind ein Euro . . . ein Bulka Chleb, also ein Kastenbrot kostet 9 Rubel.

geldrubel

Sieht viel aus, ist aber nicht viel . . . .

valjahelmut

Wer ist denn das?

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ul_wesjolaja_17

Uliza Wesjolaja 17 das Elternhaus.

hundemuede

Hier ist einer hundemuede auf dem Basar.

schwitzend

. . . . so um 45 Grad

sitasschuessel

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wolodja

Wolodja

wolodjasfrau

Frau und Tochter . . .

wolodjassohn     . . . .    und Sohn.

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russlands     An Stelle von Hammer und Sichel.

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biersorten

Alle moeglichen Sorten Bier . . . . und sie schmecken gut . . . .

bierholend  

. . . . ein Bierholer . . . .

kaffeemaschkaufen

. . . . wir kaufen eine Kaffeemaschine . . .

ohnesuechtige

Beloretshensk ohne Suechtige . . . .  ein Wunschtraum . . . . ein gutes Ziel!

entschaerft

Votka, Drogen, Meditation oder nur eine Ruhephase?

blumen

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essen

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gesch_witwe

Toliks gesch. Frau, Tochter und Enkelin.

davai

. . . . gibst du mir was ab?

dutyfreewelt

Nicht so preiswert, wie die Reklame verspricht.

dutyfreematroshkas

Matroshka fuer ueber 500 Euro!

dutyfreeeier

Huebsch teuer!

dutyfreegaenge

. . . . nirgendwo Sitzplaetze, ausser im Restaurant und da ist es schweineteuer.

keinebaenke

. . . . na und . . . ?

firmenbau

Wachstum

sauber

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plaetzchen

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dokutasche

Handtaeschchen fuer die Geschaeftslaeute . . . . . .

 

 

 

 

 

 

*  Mein Reisebericht, in dem ich meine Eindruecke schildere. *

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Los ging die Reise zu diesem traurigen Anlass vom Flughafen Berlin  Schoenefeld nach Tscheremetjewo 2 in Moskau mit dem Zubringerbus von dort Tscheremetjewo 1 nach Krasnodar, wo uns Luba wie verabredet mit dem Auto abholte. Bei aller Bequemlichkeit, die Flugreisen gegenueber dem Auto bietet, kommt die Unsicherheit ob man am  richtigen Abfertigungsplatz steht. Obwohl wir den geschlossenen Bereich nicht verlassen hatten wurden wir vor dem nächsten Flug noch mal gruendlich untersucht. Im Flieger, diesmal eine TU134, kamen mir die Fluege zur Drushba Trasse wieder in den Sinn, weil wir damals mit diesem Typ nach Kiev geflogen wurden. Gegenueber dem Airbus war es sehr eng, aber nicht langweilig, weil Kinder kleckerten, verschuetteten Zucker, Tomatensaft, heissen Tee. Die Essenpakete sind schnell bewaeltigt, der Kapitaen flog einige schneidige Kurven und nach 3 Stunden waren wir in Krasnodar. Luba konnte vor Traenen  nichts mehr sehen, also fuhr ich den alten Mercedes 230 die 100 km bis Beloretshensk. Keine Aussenspiegel und wenn 80 km/h ueberschritten wurden, dann vibrierte die Lenkung so stark, dass man Angst bekam, die Gewalt ueber den Wagen zu verlieren. Zunaechst fuhren wir zum Friedhof mit unserem Kranz, der schon nach einer Woche durch die unbarmherzige Hitze bis 45 Grad, verbluehte. Das wasserspeichernde Untergrundmaterial trocknete schneller, als wir es feucht halten konnten. Die Hitze war auch der Grund, weshalb Tolik schon ein Tag spaeter beerdigt wurde. Die Stadt Beloretshensk hat keine Kuehlmoeglichkeiten. Am Nachmittag kam Toliks geschiedene Frau mit Kinder und Enkel zu Luba zu Besuch. Sie leben nur wenige Meter entfernt, in verschiedenen Haeusern. Ein grosses Bedauern war nicht zu spuehren, eher ein Vorwurf, er haette doch was sagen koennen, als es ihm so schlecht gegangen ist.  Tolik hatte kaum Ansprueche, er brauchte ausser seinen Zigaretten der Sorte Prima kaum etwas. Er hatte auch ein Jahr laenger gearbeitet, ueber seine Pensionierung, weil er dadurch seinem Sohn beim Hausumbau finanziell unter die Arme greifen konnte.
       Lubas Haus ist das Elternhaus der Jefimenkos. Sie hat es total veraendert, Toilette und Wanne ein und angebaut. Alles etwas anders als wir es gewohnt sind aber dem Zweck entsprechend funktioniert alles,  meistens. Es macht immer einen behaelfsmaessigen Eindruck, was die Technik angeht, ist aber gegenueber einiger anderen Nachbarn sehr fortschrittlich. Die Zeit hat am Haus Spuren hinterlassen, die unuebersehbar sind. Die angenommene Tochter mit Sohn wohnt im Nebengebaeude. Ein Garten mit etwa 1000 qm wird fast ausschliesslich von Luba bewirtschaftet, weil sich ausser Tolik, keine helfende Hand fand. Kartoffeln, Tomaten, viele Blumen, einige Obstbaeume, Wein und eingezaeuntes Federvieh wie Huehner, Puten, Indjuki, Gaense und ein zweiter Wachhund findet man hinterm Haus auch noch. Im Innenhof hat sie eine grosse geraeumige Garage gebaut, die fuer Einbrecher kein Ziel sein kann, denn sie ist mit schweren Blechtueren und speziellem Doppelbartschloss gesichert. Darin steht ein grosses amerikanisches Auto in sehr gutem Zustand. Luba hatte damit Hochzeitspaare den schoensten Tag im Leben kurzweiliger gestaltet. Durch die Verteuerung des Benzins, Steuern und Versicherung erschien es nicht mehr rentabel.
       Schon in den ersten Tagen bat ich, mir ein Fahrrad zur Verfuegung zu stellen, aber erst der ehemalige Lebensgefaehrte von Luba, mit dem ich auch  nach Jahren freundschaftlich verbunden geblieben bin, ermoeglichte es mir. Die polizeiliche Anmeldung fuer unseren Besuchszeitraum kostete 600 Rubel und beinhaltet eine Versicherung. Da wir keine Quittung, bzw. Police ausgehaendigt bekommen, ist daran kaum zu glauben. Das stoert uns aber nicht im Geringsten, weil das die Praxis ist, die wir seit Jahrzehnten kennen. Die ganze Nacht bellt der Nachbarshund und unser Hund, der das vordere Tor zu bewachen hat, antwortet hin und wieder mal verhalten. Die anderen Hunde in der Strasse melden sich auch noch, so dass es wie ein Zwiegespraech klingt. Die Neuigkeiten, die da aller Wahrscheinlichkeit  ausgetauscht werden hätten bei mir zu Hause ein Donnerwetter der Nachbarn ergeben.  Ich bin dann gegen 02 Uhr  aufgestanden und habe mich an den langen Kuechentisch gesetzt um mir die Aktivitaeten der naechsten Tage zu ueberlegen. Ich wusste nicht, wo ich zuerst anfangen sollte in diesem Haushalt, es ist zu viel, was ich veraendern moechte. Eigentlich ist nichts in Ordnung, aber das Leben geht trotzdem weiter, man gewoeht sich an vieles. Zum Hundegebell kommt noch der Laerm von Gueterzuege. Es sind einige Kilometer bis zur Bahnlinie, deshalb wundere ich mich etwas ueber den Laerm. Mit einem Leckerbissen aus dem Kuehlschrank besteche ich den angeketteten Jack und er laesst mich durch. Noch vor dem Sonnenaufgang erreiche ich den ungestuemen Fluss Belja, der dieser ehemaligen Staniza der Kosaken, der heutigen Stadt Beloretshensk den Namen verlieh. Nun erkenne ich dass es keine Zuege sind, sondern ein Steinbrecher, der fuer den Hoellenlaerm verantwortlich ist. An noch zwei Stellen, am Fluss stehen noch solche  Geraete. Keine Vorrichtung zum Laermschutz vorhanden, kein Einwohner beschwert sich und der Besitzer der Steinbrecher, die Flusssteine zu Steinmehl verarbeiten, wohnt sicher nicht in unmittelbarer Naehe. Die schwer beladenen Kraz, Kamas und MAS- Kipper fahren Tag und Nacht zu den vielen Baustellen, so dass die Stadt staendig waechst. Ein Kamas-Kipper voll kostet angeblich um die 2000,- Rubel. Das Zeug verfestigt wunderbar Wege, ist unserem Kies aehnlich und durch den Abbau bleibt der Fluss einigermassen in seinem Bett.  
                 Um ueberhaupt etwas nuetzliches bei Luba tun zu koennen erkundige ich mich erst mal wo die Geraetschaften sich befinden, die zu einem grossen Teil mal von mir stammten und hierher verbracht wurden, im laufe der Jahre. Tolik war der Macher, der Reparateur in der Sippe, also dauert es etwas, bis Bohrmaschine, Kettensaege und anderes mehr den Weg zurueck fanden. Natuerlich fehlen die wichtigsten Utensilien, alles stumpf,  keine Oelschmierung funktioniert, alles sehr abgenutzt. Luba ist es sogar peinlich die verborgten Dinge zurück zu verlangen. Ich registriere leichte Verwunderung und Erstaunen ueber mein Anliegen. Dann bauen wir ein Ueberdach, wo der Mercedes im Winter stehen kann. Die intensive Sonneneinstrahlung hat die Plasteteile innen und aussen reissen lassen. Baumaterial findet sich auf dem Gehoeft, reicht gerade so und was fehlt wird durch gewagte Konstruktionen ersetzt. Das Ergebnis kann sich nach zwei Tagen durch aus sehen lassen, sogar Toliks Sohn half  die Wellasbestplatten zu befestigen. Fuer die Toreinfahrt musste ein grosser Nussbaum und einige kleine Baeumchen fallen, ein neues Tor ist aber ohne Material beim besten Willen nicht zu fertigen. Somit erfreuen sich nun die kleinen Gaense und Indjuki an dem neuen schattigenem Plaetzchen.
         Der naechste Streich beim Kampf gegen die vielen Provisorien sind defekte Schranktueren, die sich nicht mehr schliessen lassen, oder aufklappbare Tueren, die aus den Angeln gerissen wurden. Als die Rote Armee damals aus der DDR abzog gelang es uns drei Container mit unseren Möbeln, Kühlschränke und Kühltruhe zu packen und an die Verwandtschaft im Kaukasus zu schicken. Somit sitzen wir in unserer ehemaligen Wohnstube, auf der  Sitzgarnitur, die noch heute ansehnlich wirkt. Heimatgefühle können aber nicht aufkommen, denn der Geschmack von Luba ist etwas anders. Es ist notwendig die Fensterlaeden tagsueber zu schliessen, sonst haelt man die Hitze nicht aus. Dem Fernsehprogramm kann ich abends nicht viel abgewinnen, weil mich Serienfilme und Big Broder Ableger einfach nicht interessieren. Ich setze mich an den Kuechentisch und trinke Bier, ueberdenke die naechst anstehenden Aktionen, oder lege mich aufs Ohr um dann morgens wieder bei den dann noch angenehmen Temperaturen mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren. Es hat sich einiges versorgungsmaessig veraendert, Tankstellen, Banken, Firmen, Rechtsanwaltsbueros und viele Lebensmittellaeden, die gut ausgestattet sind. Sehr viel Reklame, eine Menge neuer Haeuser mit mehreren Etagen, ordentlich verklinkert, mit modernen Fenstern mit Plasterahmen. Alles ist bunter und im Laufe des Tages hektischer geworden. Meist haben Sammeltaxis die grossen Busse abgeloesst. Russland ist voll erschlossen was Funktelefone angeht. Jeder hat eines und so bald die Strasse betreten wird, geht die Telefoniererei los, vom Kind bis zur alten Oma. Noch bis vor wenigen Jahren waren nur die Strassen im Stadtzentrum und am Bahnhof mit Bitumen ueberzogen, der Rest besteht aus aufgeschuettete Steine vom Fluss. Heute sind schon viele Hauptstrassen gut befestigt, allerdings fehlen auch hier oft Abdeckgitter aus Gusseisen, oder Graeben an den Seiten sind nicht mit Bordsteinkanten gesichert. Wer sich nicht auskennt sollte recht vorsichtig rangieren, sonst muss er bald eine der zahlreichen Servicestationen aufsuchen. Auch die Miliz ist frueh am Morgen unterwegs. Mit meinem klapprigen Drahtesel falle ich ohnehin nicht auf. Nur wenn ich strategisch wichtige Punkte der Stadt, wie den Bahnhof fotografieren will, dann kommt jemand Bescheid sagen, dass es verboten ist. Lachend stecke ich den Apparat weg und radle weiter. Es ist ohnehin nichts besonderes was sich dort zu fotografieren lohnen würde. Nach 08 Uhr erscheine ich dann zum  Fruehstueck und es werden Plaene geschmiedet. Oft fahren wir zum Basar, kaufen frische Blumen und bringen sie zu Tolik.
        Beloretshensk ist eine Stadt mit dörflichem Charakter. Hier laufen noch Hühner und Gänse über die Strasse, morgens wird die Kuh auf eine Wiese getrieben. Auch Luba hat an vieles zu denken und kann sich deshalb nicht um die vielen Unzulaenglichkeiten, Details, am Haus kuemmern. Alles was man mit Hammer und Nagel sofort befestigen kann wird repariert, alles andere bleibt wie es  ist. Das naechste Highlite ist ein Ausflug in ein Bergdorf zu einer befreundeten armenischen Familie. Sie nennen 20 Hektar ihr eigen, haben noch 10 Kühe, 5 Schweine, viele Ferkel, 5 Hunde, 12 Katzen und mehr Arbeit als bewaeltigt werden kann. Der Kolchos wurde privatisiert. Mit einem Kredit von 50000 Rubel vor der Inflation das Land gekauft. Milch, Kaese, Fleisch, Honig, muessen verkauft werden. Wie zu Sowjetzeiten Aufkaufstellen gibt es nicht mehr. Der Absatz ist schwer zu realisieren. Die Qualitaet der Naturprodukte ist viel besser als das was in den Lebensmittellaeden angeboten wird, aber der Preis muss den Erzeuger ernaehren. Diesen Mut zum Risiko haben nur sehr wenige Bauern. Mit seinem LKW ist der Bauer bis in den 3 tausend Km entfernten Norden gefahren. Die Unkosten verschlangen den Gewinn. Eine Mafia beherrscht die Basare, dagegen ist allein nicht anzukommen. Als Armenier glaubt er in der neuen Zeit bestehen zu koennen. Verhungern wird die Familie ganz bestimmt nicht, aber die Nebenkosten drücken. Er betrachtet seine vielen Aktivitaeten als Lehrgeld, welches er zahlen musste. Ich fragte ihn, wie es kommt, dass es so viele Arme und Reiche gibt. Er glaubt, dass jeder im Leben seine Moeglichkeiten bekommt, nur die wenigsten nutzen sie. Seinen Kredit hat er sofort zurueckgezahlt, wobei die Inflation behilflich war. Eine Kuh hatte sich das Bein gebrochen, wurde sofort von ihm geschlachtet, das Fleisch in der 200 km entfernten Stadt auf dem Basar verkauft und er war seine Schulden los. Mit seiner Frau ackert er von frueh bis spaet und wird von seinen erwachsenen Kindern abwechselnd unterstuetzt. Als er viele Rinder verkauft hatte, somit viel Geld verdient hatte, bekam er auch Besuch von einer Bande. Wut, Verzweiflung gepaart mit Glueck und einer List bewahrten ihn vor groesserem Unglueck und finanziellen Verlusten. Er nahm 4 der 5 Banditen gefangen, zerschlug deren Auto und uebergab sie der Miliz. Bei der spaeter durchgefuehrten Gerichtsverhandlung stellte sich herraus, das es sich um Angehoerige einer privaten Sicherheitsfirma handelte, die ihr Wissen ueber den angeblichen Reichtum des Bauern von Dorfbewohnern erfahren hatten. Ich machte ihn darauf aufmerksam, dass die heutigen Banditen einen Schlips tragen und im BMW, oder Mercedes vorfahren. Dass das wichtigste zur Zeit die eigene Unterschrift ist und dass man Kredite meiden muss, wie der Teufel das Weihwasser. Warum die Kolchosen bankrott gehen mussten, hat er mir so erklaert. Jedes Mitglied bekam den gleichen Lohn vom Ertrag, doch die persoenliche Arbeitsleistung war doch sehr verschieden. So foerderte diese Gleichmacherei den Muessiggang und Alkoholismus. Eine recht einfache Erklaerung, zu der man noch das Wegbrechen des Aufkaufssystem, dem zwar niedrigen, aber dafür stabilen Preisen hinzufuegen muss. Noch weiter in diese komplizierte Materie wollte ich nicht vordringen, denn gerade Hollaender, Deutsche und auslaendische Kapitalsgesellschaften nutzen gern die Moeglichkeiten der billigen Arbeitskraefte. Aus stolzen Kolchosbauern sind nun Tageloehner und Saisonarbeiter geworden. Bei unseren Fahrten in die Bergregion fuhren wir an riesigen Feldern vorbei, die frueher mal fuer den Getreideanbau genutzt wurden. Ich blicke in die Augen des Bauern, bemerke die Guete und freundliche Gelassenheit. Hoffentlich kann er auch in Zukunft sich und die Familie ernaehren. 
                Nur um Tolik die letzte Ehre zu erweisen habe ich diese Reise mit gemacht und um meiner Frau bei zu stehen. Ich machte kein Geheimnis daraus, dass ich bei Lubas Ableben fehlen werde. Überhaupt hat uns dieser   Verwandtschaftszweig nur unendlich viele Sorgen bereitet, nach dem die Eltern verstorben waren. Auf Einzelheiten möchte ich nicht naeher eingehen, nur erwaehnen, dass wir nie geizig waren, oder finanzielle Hilfe verweigert haben. Eigentlich waren wir solche WESTVERWANDTE wie wir sie zu DDR Zeiten selber gern gehabt haetten. Schon dass es ein nicht loesbares Problem war mir fuer die par Tage ein Fahrrad zu besorgen, machte mir die Situation und die Verhaeltnisse  wieder klar. Denn ich weis, das Toliks Fahrrad exestiert und die Enkelin ein nagelneues Klapprad hat. Auch das Auto stand fahrbereit in der Garage und es ist leicht zu erraten, wer es ihnen gekauft und rueber gefahren hat.
    Nun Wochen nach unserer Reise erfahren wir, dass sich die gesch. Witwe auf der Autofahrt zum schwarzen Meer, gleich nach unserer Abreise, beim Austreten in einem Waldstück die Hand gebrochen hat, - . . . . . . . . .  .  

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farbe

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fahrraeder

Fahrrad 2100 bis 2400 Rubel

ganzsuesse

Noch mal mein Liebling!

Noch mal die Gurkenfresser.

hocker  

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belajamitgaense

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Sie heisst Sita . . . . mitcergei  

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sergeimitsohn

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Autor: hladam -- 2.8.2007 6:49:19

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