Spezielle Seiten

LindeboxLindebox

Suche

Suche

Hauptinhalt

Mai 2012

                    ludstreicht


HEIMAT

(Heimat, - wie hast du dich verändert.)

Der Ort wo ich lebe, arbeite, wohne, liebe, lache, weine, Kummer, Sorgen, Freud, Leid, mit Freunden, sowie Hochprozentigem verarbeite und mich gerne aufhalte, - das möchte ich als meine Heimat bezeichnen. Das muß nicht mein Geburtsort sein, oder die Schule besuchte, einen Beruf erlernte, geheiratet habe, Vater wurde, - sondern wo ich mich wirklich heimisch und wohl fühle, ganz einfach zu Hause bin. Es gibt für einige Menschen eine alte und auch eine neue Heimat. Heimatvertriebene wie aus dem Ergebnis des letzten Weltkrieges sind Schicksalsschläge, sicher vergleichbar mit Wirtschaftsflüchtlingen, Asylsuchenden jeglicher Art. Nicht immer einhergehend mit Verlusten ist das Auswandern. Wir sind unterschiedlich sensibel bis belastbar und brauchen für die innere Zufriedenheit, dem so genannten Seelenfrieden das Gefühl eine Heimat zu haben und schon geht es uns wieder gut. Meine Heimat war die DDR, - was heute so alles abgeht, ist mir oft suspekt, sehe ich als abnormal, ganz automatisch im Vergleich zu den Zuständen vor mehr als 20 Jahren. Die Wirtschaftsmacht BRD verwirklichte in den Beitrittsgebieten beachtliche Dinge, wie sehr viele Reparaturen und Neubau von Straßen, Brücken, Vorbereitung, jede Menge Erschließung Gewerbegebiete, wo sich zu wenige Firmen auf Dauer niederließen. Alles allerdings auf Pump, wo noch Generationen nach uns daran zu knabbern haben werden. So hoch hätte sich die DDR nie verschuldet, weil Material in der Größenordnung nur für frei konvertierbare Währung angeschafft worden wäre und dadurch noch größere Abhängigkeiten zum NSW (Westen) eingetreten wären. Die Mangelwirtschaft hat ja nun ein Ende und uns mangelt es nicht an Schulden in unvorstellbarer Größe, wobei ich die €uro-Rettungsschirme mit einbeziehe.

Wegen der unverschämt hohen Benzinkosten fahre ich nur noch sehr selten längere Strecken mit dem Auto, sondern überwiegend mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Aus der Bahn betrachtet fallen mir zunächst die vielen farbig beschmierten Häuserwände, Brücken und Dächer, eingeworfene Fensterscheiben von unbewohnten Häusern auf. Die Kaufhallen mußten Großmârkten weichen, die nicht selten in unmittelbarer Konkurrenz neben einander stehen, jeweils mit großem Parkplatz davor. So angenehm ein vielfältiges Wahrenangebot auch sein mag, die täglich benötigten Lebensmittel sich im Preis enorm verteuert, was mir nicht gefällt. Bei Fahrten im PKW, sehe ich die vielen schönen neuen Straßen, Brücken, erstaunliche Bauwerke. Die Planung für den Schienen,-, Straßen,- und Luftverkehr ist großzügiger, viel kostenintensiever in der Vorbereitung und Durchführung, als zur DDR-Zeit. Ganz offensichtliche Fehler werden nicht korrigiert, sondern bis zum Ende durchgezogen. Das betrifft besonders die Politik. Auch die Zusammensetzung der Regierung, Entscheidungsfindung ist höchstgradig seltsam, oft undurchschaubar. Vom Klassenstandpunkt aus allerdings schon einfacher zu sondieren. Bist du reich, dann ist deine Meinung gefragt. Bist du arm, dann sehe zu, wie du klar kommst, denn man rechnet dir vor, was du zum Leben brauchst, anstatt für existenzerhaltende Arbeit zu sorgen. Preise und Steuern erhöhen fûr Alle, aber Steuererleichterungen für die reiche Oberschicht. Hoffnungen, daß dadurch neue Unternehmungen und somit Arbeitsplätze entstehen werden nicht erfüllt. Bei höherer Besteuerung des Reichtums entstehen Steuerflüchtlinge. Der Kapitalismus funktioniert nur durch diesen krassen Gegensatz und es wird suggeriert, daß Reichtum durch Fleiß und unternehmerische Risikobereitschaft für Jeden möglich ist. Motivation und Skrupellosigkeit sind erlernbar, wenn Zielstrebigkeit und Innovation dazu kommen, ist der Erfolg vorprogrammiert. Die Realität sind Insolvenzen weil der Verdrängungswettbewerb, daß Fressen der Kleinen durch die Großen gnadenlos, auch international weiter geht. Die Vielfalt geht langsam verloren, die Vereinfachung wird marktbeherrschend und wer den Markt beherrscht, bestimmt den Preis. Eine Regulierung vom Staat gibt es nicht, weil hoher Preis höherer Steuerabgaben bedeutet. Vorteilsname, sich Vorteile verschaffe wird bis zum Rande der Kriminalität zelebriert. Geiz ist geil. Nicht nur eine charakterlose Aussage, die zum Werbespruch mutierte, sondern auch ein gut sichtbares Zeichen für die Verkommenheit dieser Gesellschaftsordnung, wo sich Jeder selber der Nächste ist. Der Sonntag ist zum Beten und Büßen da und in der Woche haut man sich gegenseitig übers Ohr. Der durchschnittliche BRD-Bürger ist kritisch und versessen auf Vorteile, die er als Lebenschange versteht und sie als Freiheit begreift. Er meint in diesem z.B. deutschen Kapitalismus reich zu sein, fühlt sich anderen, südlichen Ländern, Völkern überlegen. Die extreme Ausbeutung, hervorgerufen durch die fehlenden Grenzen entstandene Wettbewerb, nimmt er nicht war. Daß die Einen nur reich sein können, wenn die Anderen arm gehalten werde, - das empfindet er nicht als ungerecht, sondern bezeichnet das als Leistungsprinzip. Daß illegale Einwanderer in unzumutbaren Verhältnissen leben interessiert ihn nicht. Er sieht in dem starken Interesse der Ausländer hier her zu kommen, eine steigende Attraktivität des Gesellschaftssystems. Selbstsüchtig, ich-bezogen und keiner zukunftsbezogenen Gedanken fähig, - sondern nur die leeren Worthülsen der korrupten, verlogenen Politikern, von Demokratie und Freiheit als Endlosschleife im Munde, antikommunistisch, leicht rechtslastig, stur und ein bisschen plemplem.

      Ein Europa ohne Grenzen ist eine schöne Vision, aber um das Leben wieder in normale, geordnete Bahnen zu bekommen, brauchen wir eine korrekte Abgrenzung. Wir lassen uns in der Familie auch nicht vom Nachbarn in unsere ureigensten familiären Dinge reinreden. Ohne Familienvorstand, Einteilung und Abrechnung funktioniert es nicht im Kleinen, wie im Großen. Mir liegt rechtes Gedankengut wirklich fern, aber wer sollte das verhindern, wenn sie die Nazis auch logische, politische Themen zu Eigen machen? Nur wer sich vom vereinfachten Schubladendenken nicht frei machen  kann und will, soll sich ruhig weiter an Bild und FAZ ergötzen. Not, Elend, Krieg und Zerstörung müssen nicht sein, denn sie sind kein Naturereignis, wie ein Vulkanausbruch, Überschwemmung, oder Flächenbrand. Das Geld muß der Staatsbank zugeordnet sein. Börsen zu machen, Spekulation unter Strafe stellen, alles zum Leben Notwendige dort produzieren, wo es gebraucht wird, bzw. Darauf Einfluß ausüben. Handwerk bekommt wieder goldenen Boden und es braucht keine Arbeitslosigkeit finanziert werden. Der Vernichtung von Lebensmitteln, Butterberg, Fleischberg stehen zig Millionen Verhungerte gegenüber.




                psl001      PSL

                psl007


Anläßlich seines neuen Buch hat Peter Scholl Latour über arabischen Frühling und andere politische Ereignisse im Potsdam gesprochen. Frei von der Leber weg, ganz entspannt, ohne Schnörkel, - so richtig aus dem Nähkästchen geplaudert. Die Motive der Unterstützer von den Aufständischen, beim Irak, Iran, Ägypten, Lybien, Syrien, im Vietnamkrieg bis Tunesien und was Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Türkei, USA und Israel für eine Rolle spielte und noch mit ihren Geheimdiensten spielt. Bei seinem locker geführten Eingangsworten, so ca. eine Stunde, machte er auch auf die vielen Menschenopfer und das Leid durch die Zerstörung aufmerksam. Danach wurde er von einem Korrespondenten der Märkischen Allgemeine mit speziellen Fragen zu den einzelnen Themen befragt. Auf die Rolle Deutschlands meinte PSL, daß wir versuchen sollten so schnell wie möglich, ohne Gesichtsverlust aus diesen Kriegen unsere Soldaten abziehen. Der Irakkrieg ist verloren denn der Versuch eine demokratisch orientierte Regierung, nach westlichem Muster, mit Vorbildwirkung für Nachbarländer, zu installieren ist gründlich fehlgeschlagen und nach Abzug der USA droht ein Bürgerkrieg. Und auch den Iran kann man nicht besiegen. Die Anlagen, die Israel, mit Hilfe der USA zerbomben will sind nicht alle bekannt und sind in etwa 70 m tiefen Bunkern verborgen. Wie Syrien hat der Iran gutes russisches Luftabwehr Material. Die Aufständischen wurden rekrutiert und es ist bewiesen, daß sie von einem Frühligsschauplatz zur nächsten Befreiungstat ziehen. Diese so genannte grüne Truppe wird von den Geheimdiensten gelenkt, versorgt und bezahlt. PSL erläuterte anschaulich die wechselvolle Geschichte der Moslembrüder, Sunniten, Alaviten und andere Volksgruppen, die Unzufriedenheit und daraus resultierende Umbruchbestrebungen. Obwohl ein neuer muslimisch ausgerichteter Staat entsteht, anstatt ein demokratischer, wird somit sinnlos immer wieder viel Geld investiert. Natürlich kann und will ich garnicht alles hier wiedergeben, denn er hat es ja aufgeschrieben. Mein mitgebrachtes Buch hat er mir signiert und ich hoffe sehr, daß PSL, obwohl schon 87 Jahre alt ist, uns noch lange erhalten bleibt. Er hat schon sein nächstes Buch in Vorbereitung und man merkt im an, daß er seine Erfahrungen, von seinen Reisen, Gesprächen mit Regierenden, mit Eiertollern, Stammesfürsten, Taliban, Mutschahedin, irakischen Generälen, Imanen, mit Gaddafi, Assat und israelischen Geistlichen, - daß er diese Erfahrungen weitergeben möchte. Nichts ist einfach, wie es in den Medien dargestellt wurde und wird, sondern die politische Lage, die Beziehungen sind kompliziert. Damit wenigstens etwas Licht in die Sache kommt, schreibt er ununterbrochen. Nur schade, daß die westlichen Politiker es zwar lesen, aber konsequent weiter ihren vermeintlichen Herren der Welt  bedingungslos folgen.

                   psl002

                       psl003

                      psl008

                     psl004


                   psl005

                  psl006

Rente

Es war ein verdammt langer Weg bis zur Rente. Bevor ich soweit war, hatten viele Bekannte, Verwandte Nachbarn und Freunde dieses Ziel erreicht. Als Autofahrer waren mir die alten Herren mit Baskenmütze und dem Abzeichen Goldenes Lenkrad für 50 Jahre unfallfreies Fahren, ein Gräuel, denn sie behinderten den fließenden Verkehr und so Einige sind ganz sicher wegen ihnen verunfallt, beim waghalsigen Überholen. Nun gehöre ich auch zu diesen alten Zöpfen und habe es nicht mehr so eilig, werde seltener geblitzt. Von mir kann ich sagen, daß mit den Jahren sich die Leistungsfähigkeit dramatisch vermindert. Mit Abnahme der Körperkraft wird das geistige Potenzial, wenn vorhanden, immer mehr gefordert. Dinge, die mit Hauruck sofort erledigt wurden, können, wenn einmal drüber geschlafen wurde, locker und leicht geschafft werden. Irgendwann reicht es, irgendwann will man keine Hektik und Stress, - man möchte in Ruhe und Bedacht seiner Arbeit nachgehen. Altersbedingte Behäbigkeit wird langsam zur Unbeweglichkeit, gepaart mit Ungeschicklichkeit. Weiterhin gute Ernährung sorgt für übermäßige Bauchmuskulatur und das zwangsläufige Übergewicht zieht Kreislaufprobleme nach sich. Aber dann endlich ist es so weit, ...... RENTE.
Das Gefühl ist echt unbeschreiblich, wenn schon immer am Ersten des Monats das Geld auf dem Konto ist. Zugegeben, - die Summe ist unbedeutend, doch es reicht bei bescheidener Lebensführung. Auch wenn andere Pensionäre viel höhere Beträge bekommen, bleibt die Gewissheit, daß es ohne wenn und aber, überwiesen wird. Somit ist die Existenzangst fast beseitigt. An der Preisschraube wird bei uns, wie im Nachbarland, so wie so fleißig gedreht, so daß es kein Entkommen geben kann. Rentenerhöhungen um 20 €uro sind also nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Für kleine Sonderwünsche reicht in der Regel noch ein 400 €ro Job. Aber die Gesundheit wird zum alles entscheidenden Knackpunkt.
Mir wird es nie einleuchten, warum den Managern das Geld hinterher geworfen wird, zumal sie nicht selten das Unternehmen, durch Fehlentscheidungen ruinieren (z.B. der oberste VW-Chef bekommt im Jahr 18 Millionen gezahlt). Arbeiter für Zeitarbeitsfirmen zu Spottpreisen arbeiten müssen.
Ein größerer Zeitabschnitt von meiner Zeit der Arbeit war in der DDR. Als Facharbeiter war es leicht eine Stelle zu bekommen, zumal ich viele Qualifizierungen vorweisen konnte. Oft sah ich mich nach ein par Jahren nach eine neue Stelle um, weil ich wieder etwas anderes kennen lernen wollte. Gut gefallen hatte es mir in einem Reichsbahn Ausbesserungswerk in Bln. Lichtenberg bei der Reparatur von Reisezugwagen. Von der Wassertechnik bis zum Achsenwechsel hatte ich bald alles drauf. Es mußten die neuen Achsen mit einem Kran umgesetzt werden, weshalb ich auch einen Kranschein machte. Von dieser Zeit ab interessierten mich Kräne und ich wechselte zum Bln. Metallhütten,- und Halbzeugwerke Schöneweide, in die Abteilung Kranbau. Dort wurden Portalkräne, Autokräne, Bagger, bulgarische Gabelstapler bis 5 Tonnen, E-Karren repariert und Spezialgeräte gebaut zum Beschicken der Schmelzöfen. Neben den Reparaturen an diversen Kränen in den drei Werken, wurde mein Hauptaufgabengebiet die Reparatur von Motorgreifern. Um nicht immer auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, ließ ich mir ein par Hilfsmittel einfallen. Ich machte die Erfahrung, dass man stets das richtige Werkzeug braucht, das war schon die halbe Reparatur. Was nicht vorhanden war, wurde selbst gebaut, denn "geht nicht - gibt’s nicht", war die Devise. Meine Kollegen waren nett, ehrlich und hatten einen echt kernigen Humor, mit dem man aber stets rechnen mußte. Die letzte Stunde des Arbeitstages diente meistens zum Werkstatt aufräumen. Dabei fanden einige Kollegen noch Zeit den Rucksack mit klein gemachtem Brennholz zu füllen. Immer die Augen auf die große Uhr über dem Meisterbüro gerichtet, startbereit, auf die Sekunde gingen wir nach Hause. Die Späße waren nie bösartig, aber dann oft Gesprächsthema für ein par Tage. Ein Arm schon in der Schlaufe vom Rucksack, der Blick zur Uhr, - dann war die Zeit um und der Kollege wollte den Rucksack schultern. Das ging aber nicht, weil Spaßvögel ihn, als er, wie immer eine halbe Stunde auf der Toilette war, den Rucksack geleert , ein starkes Brett durchgenagelt hatten an seine Werkbank um dann den Rucksack wieder zu füllen. Er schaute zur Uhr und die ganzen Schlosser guckten zu ihm. Als er dann los wollte, aber nicht konnte, gingen alle Kollegen lachend an ihm vorbei. Einige Kollegen hatten auch dadurch ihren Spitznamen bekommen. Neben der Arbeit war ich noch in einem Foto-Zirkel. Meine Leistungen auf allen Gebieten waren befriedigend, manchmal gut. Auf der Abendschule machte ich meinen Industrieschlossermeister. Eine freie Meisterstelle war noch nicht frei, jedoch die Mitgliedschaft in der SED und in der Kampfgruppe wurde mir nahe gelegt. Meine Absage wurde mir recht übel genommen. Immer auf Vorsicht, tat ich korrekt meine Arbeit, um aus der Schusslinie zu kommen. Besonderen Ehrgeiz entwickelte ich dann erst, als ich hörte daß der Jugendverband FDJ in der Sowjetunion am Bau eines Teilabschnitts einer Erdgastrasse nach Europa beteiligt sein würde. Nun rächte es sich, daß ich bisher politisch uninteressiert war und nur mit Witzen über die DDR und die bestehenden Zustände aufgefallen war. Die Beurteilung vom Abteilungsleiter fiel nicht gut aus, wobei Ergebnisse meiner praktischen Arbeit überhaupt nicht erwähnt war. Mit dieser schriftlichen Katastrophe hätte ich nichts erreicht bei meiner Bewerbung für Gasleitungsbau in der UdSSR. Nach einer Delegierung vom Betrieb brauchte ich damit gar nicht anstreben. Mein Hinweis, daß ich dort zur Arbeit fahre und nicht zum Fahne schwenken, wurde ignoriert. Der rettende Engel war dann der damals ausscheidende Parteisekretär, der des öfteren durch unsere drei Werke spazierte. Dem zeigte ich den Wisch und der sorgte dann für eine vernünftige Beurteilung und ich konnte einige Jahre an der Trasse arbeiten. Natürlich wurde ich nun auch SED - Mitglied, - weil ich auf einmal furchtbar stolz wurde auf den Fliegenklecks auf dem Globus, der sich DDR nannte. Unsere Produkte waren in der SU geschätzt und unser Lebensnivou ungleich höher.
Wieder in der Heimat faßte ich eine Neubauwohnung und ein Auto ab, arbeitete dann beim Fernwärmebau Bln. als Einsatzleiter, später in einem Betonwerk vom VEB Landbau in Erkner, bis ich im nagelneuen Plattenwerk Vogelsdorf in der Spannbeton - Deckenfließlinie auf verschiedenen Posten tätig war. Dann ging die Grenze zum Westen auf und die DDR wurde Geschichte. Um auf der sicheren Seite zu sein, arbeitete ich dann als technische Wachkraft, in einer Brüterei, in der Broiler gezogen wurden. Hühner werden immer gegessen sagte ich mir, aber der Betrieb wurde platt gemacht. Ich wurde Auslieferungsfahrer in einer Bäckereigenossenschaft und verteilte täglich Bäckereizutaten an bis zu 30 Adressen in und um Berlin, mit einem Mercedes 1822 mit Ladebordwand. Leider hatte ich nach drei Jahren, auf dem Weg nach Hause einen Unfall, der sich noch bis heute auswirkt. Als Sozialbetreuer in einem Heim für Asylsuchende kümmerte ich mich dann bis zur Schließung um einige aus der Roten Armee desertierte Soldaten die in Abschiebehaft saßen, sowie um Vietnamesen, Rumänen, Libanesen und einen Chinesen.
Als dieses Kapitel abgeschlossen war, machte den größten Fehler in meiner Laufbahn. Ich ließ mich von einem ehemaligen Kollegen vom Betonwerk einstellen. Der hatte sich selbständig gemacht. Schon längere Zeit, also vom Anfang an, hatte ich bei ihm nebenbei, mit zweiter Lohnsteuerkarte bei ihm gearbeitet. Als er den schweren Anfang geschafft hatte, das Geld richtig rein kam, hat er sich von seinen Getreuen der ersten Stunde getrennt. Einige Stationen und eine längere Krankheit wurden noch bewältig und dann die Rente eingereicht.
Die ab nun vorhandene Freizeit war schnell verplant, weil der Kopf und Kraft nun frei ist für Ziele, die nach einem arbeitsreichen Tag zu viel waren. Einige sind nicht so weit gekommen und es wird klar, daß der Sensenmann schon hinter dir steht. Da muß man sich blitzschnell umdrehen und ihm ein par knallen, damit er sich verdutzt erst in 10, oder 20 Jahren wieder an uns ran traut. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum ist vorbei. Mit der gesunden Lebensweise wird liebäugelt, aber es nicht so eng gesehen.
Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen, man kann ja ohnehin nichts mitnehmen, wenn das Leben zu Ende ist. Im letzten Drittel der absehbaren Lebenszeit wird man immer sensibler, wenn nahe und ferne Verwandten beerdigt werden. Da meine Vorstellung von mir erreichbaren Zielen bei weitem noch nicht erfüllt sind, ist der Tot außen vor bei meiner Rechnung, die ich der Nachwelt zu hinterlassen gedenke. Die Urnenbeisetzung meiner Tante Ende April erinnert mich wieder an schlecht planbare Ereignisse, aber macht zugleich auch Hoffnung, denn sie ist kurz vor ihrem 95'ten Geburtstag von uns gegangen. Sie war eine warmherzige Person, die den Kindern nach Kräften auf deren Lebensweg geholfen hatte. Von der körperlichen Verfassung her könnte es klappen. Die wichtigsten Fehlerquellen an meinem Körper wurden beseitigt. Nun schauen wir mal, ob es sich auf lange Sicht gelohnt hat diese Torturen zu überstehen. Ob es im Oberstübchen noch weiterhin einigermaßen richtig weiter tickt, - bleibt abzuwarten. Gott sei Dank merkt man es dann wohl selber nicht so krass, wenn es nach läßt. Es wird schon gehn sprach Sigmund Jähn.

                 denpobjeda


Papa ist der Beste

Ist das wirklich so? Bei Google kommen 9.410.000 Einträge in 0,12 Sekunden, - also muß was dran sein. Allen voran Spiegelonline - Politik mit einem Papstbeitrag, in dem Respekt gefordert wird. Etwa 10 Plätze weiter kommt schon ein angeblicher Schlager von Udo Jürgens. Peter Alexander trällerte daß der Papa es schon richten werde. Leider nur Forumbeiträge, ziemlich flach und kaum bemerkenswert. Somit obliegt es wieder mal mir diesen extra positiven Spruch mal unter die Lupe zu nehmen.
Das geht zurück auf das Jahr 1909, wo viele Witwen ihrer Ehemänner gedachten, zusammen mit Sonora Louise Dot, die sechsfache Mutter war, ihren Mann ehrte, welcher im amerikanischen Bürgerkrieg starb. 1974 vom Präsidenten der USA Richard Nixon als gesetzlicher Feiertag deklariert.
Christi Himmelfahrt hat in Deutschland als Männertag eine Tradition. Da holt Papa den Bollerwagen raus, stellt einen Kasten Bier rauf und wandert mit Schlafanzug, Krückstock mit Fahrradklingel dran und Gleichgesinnten von einem Gartenlokal zum nächsten. Es treffen sich auch einige Väter und radeln ihren, mit einem Birkenzweig geschmückten Drahteseln von Kneipe zu Kneipe, bis Papa voll ist. So, oder so ähnlich verläuft der Vatertag. Am meisten produzieren sich aber die Jugendlichen, die noch keine Väter sind. Verkleidungen und Alkohol, gepaart mit Lärm, in Begleitung kichernder Schnepfen, wo hin und wieder mutig ein kleiner Schluck aus einer Schnapsflasche für ein sonniges Gemüt sorgen soll, aber bestenfalls zur Empfängnis führen kann. Menschen meines Schlages werfen an diesem Tag meistens den Grill an. Überfressen, mit einem Schnaps über dem Durst, wird dann morgens die Nachtruhe angetreten. Wenn man der Einladung von Freunden und Bekannten entgehen kann, dann erspart man sich den dicken Kopf am nächsten Tag und kann sich über die volltrunkenen Esel, im Nachhinein, amüsieren, oder sich über Scherben und Schmutz an einigen Ecken ärgern.
Schnell ist auch dieser Vatertag vergangen und es ist festzustellen, daß uns der raue Alltag einholte.


                     flugchaoshafen


Hilflose Helfer
Im Eingangsbereich, mit ausdrucksloser Mine, jedoch freundlicher Einstellung, unauffällig, verbindlich, ordnende Hinweise gebend und ansonsten für die Angestellten einen störungsfreien Arbeitsablauf garantierend, - das sind die wesendlichsten Merkmale für den Objektschützer, Wachmann, gelegentlich auch Buhmann genannt, (weil einige Leute erstaunt sind daß sie Jemand daran hindern könnte Sachbearbeiterin samt Computer zum Fenster raus zu schmeißen). Diese Dienstleister haben auf Baustellen, Ämtern, in Museen, Wohnheime und an Betriebseingängen die Kontrolle im Sinne des Auftraggebers durchführen, das Hausrecht (wenn nötig mit Hilfe der Polizei) durchzusetzen. Es ist in der Regel ein schlecht bezahlter Job. Uniform, Namensschild und ein einwandfreies, polizeiliches Führungszeugnis, sind bei einer bestandenen schriftlichen Abschlußprüfung vom Lehrgang bei der Industrie und Handelskammer, die nötige Voraussetzung. Wer dann mit Arbeitslose und Asylbewerber zu tun hat, der könnte bald locker aus dem Stand ein Buch schreiben über unsere lieben Mitmenschen. Amt für Arbeit, das Amt für die Grundsicherung und eine Senatsverwaltung in Berlin, waren einige Jahre mein Betätigungsfeld.
Die unterschiedlichsten Besucher ziehen vorbei und schaffen es nicht ohne Hilfe vom Amt ihren Lebensunterhalt mit Arbeit zu verdienen. Arbeitslose, Lohnaufstocker, Beihilfenbezieher, Hartz4`ler bereitet es kein Vergnügen laufend das Amt besuchen zu müssen. Mit immer wieder neuen Bestimmungen und Zählmethoden werden die Arbeitslosen-Zahlen, Zahl der Empfänger von Sozialleistungen schön gerechnet. Krisen, Kriege, Zerfall der guten Sitten, €urokrise und grenzenloser Handel, zerstören jegliche Handhabe, den Spielraum der einzelnen europäischen Regierungen. Daß es in diesem Tempo weiter Berg ab geht, ruft extreme Parteien auf den Plan. Protestwähler sind die Folge.
In Reih und Glied, mit zumeist finanziellen Problemen, zu 99% tätowiert, oft ein Handy der neusten Generation am Ohr, Nase und Ohren mit Metallstiften,- und Kügelchen bestückt, Halsketten aus Silber oder Edelstahl und nicht selten eine große Sonnenbrille. Manchmal recht originelle Bekleidung, wobei bei den jüngeren Müttern es Pflicht zu sein scheint, daß BH-Träger zu sehen sein müssen. Ungeheuer, Fratzen, Totenschädel, Monster auf Oberkörper, Arm, oder Bein sind scheinbar für einige schwarz gekleidete junge Mädchen Pflicht. Graue bis weiße Haare sind keine Schande, außer wenn man die stark erweiterte Stirnglatze am Hinterkopf mit einem kleinen Pferdeschwänzchen versieht. Mode ist eine kurzlebige Sache, aber eine erwachsene Frau, später vielleicht sogar Oma, mit solchen Scheußlichkeiten auf der Haut, ist zumindest bedenklich. Gedankenlos in jungen Jahren, wenig für die Rente erarbeitet, das bedeutet im Alter kein angenehmer Ruhestand und dazu noch Peinlichkeiten wenn Operationen anstehen.
Solche Gedanken sind nicht belastend eher amüsant, denn auf der Heimfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln entspannt, wenn man wieder in Mitte von normalen Bürgern sitzt, wo solche Ausrutscher seltener sind. In die Köpfe kann man glücklicher Weise nicht reingucken. Für mich bisher kein Problem mit den verschiedensten Typen ins Gespräch zukommen, so dachte ich bisher, - aber es gibt sie, die Leute, mit denen nichts geht. Das sind die Deutschen vom Deutschen Reich.
Die BRD ist illegal,- rein rechtlich besteht das Deutsche Reich in seinen Grenzen von 1937 weiter bis heute. Diesen Satz hörte ich vor einigen Wochen zum ersten Male. Inzwischen kommt der einsame Rufer öfter, sogar in Begleitung, zum Amt und fordert sein Recht auf finanzielle Unterstützung, wegen andauernder Arbeitsunfähigkeit. Dazu legte er einen Personalausweis vor, der hatte im oberen Bereich den Aufdruck Deutschen Reich. Ausstellende Behörde ist die Exilregierung Deutsches Reich. Dazu gibt es einen Reisepass und eine Fahrerlaubnis. Das Problem wird weiter bestehen, da der Bürger kein gültiges Dokument der BRD vorlegte, wurde sein Anliegen nicht bearbeitet. Drohungen mit Anzeige, wegen Körperverletzung, unterlassener Hilfeleistung, wurden stets mit der Bitte um Vorlage eines gültigen Ausweises, oder vorläufigen Ausweises, der BRD quittiert. Der hinzugezogener Wachmann, die Sachbearbeiterin wurde beschimpft und erst nach mehrmaliger, energischer Aufforderung das Büro verlassen, gingen der Mann und sein Begleiter ihre Wege. Da keine Einsicht zu erwarten und mit immer mehr Eskalation zu rechnen ist, wäre das Aussprechen eines Hausverbotes, bei nächster Gelegenheit zu empfehlen.
Der Kollege der Sicherheitsfirma schlug vor, in diesem Fall zur Beweissicherung, im Haus Filmaufnahmen zu gestatten. Zweckmäßig wäre auch die Klärung des Sachverhaltes in schriftlicher Form, damit keine weitere Störung des Tagesablaufes der Sachbearbeiter und Provokationen verhindert werden. Klar formuliert, aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht durchsetzbar. Die Argumentation des Herrn, Drohungen mit gerichtlicher Klage und die zähneknirschenden Kommentare, daß alles bald ganz anders wird, scheinen etwas zu beeindrucken. Die bei anderer Gelegenheit hinzugezogene Polizei zog noch nicht mal den Reichsausweis ein und ließ den Mann laufen.


               deutschesreich


              


               geskypet


                gewaechshaus


          winterholz

         sschuppenwegss

              

                                                                                

                                           . . . . . .  noch Bilder vom 28.04. von SCHALKE  04


                mitmzug
               imzug
               imhotel
               inessen
               mitpolizei
               ambahnhof01
               ambahnhof02
              
              dasstadion001
              dasstadion002



           -       *     -       ..... kommt noch viel mehr ...... weniger vom Spiel, sondern von der Umgebung .......
             
             
             

Autor: hladam -- 3.6.2012 19:17:40

Dieser Artikel wurde bereits 1588 mal angesehen.



Optionen zu diesem Artikel:


140208 Besucher

.

xx_zaehler