Mit einander - Theorie und Praxis
Hauruck, - wir fahren nach Kremenshug.

So um die 2ooo km für hin und das gleiche an km zurueck wurden bewaeltigt. Eine veraenderte Marschroute trug auf der Hinfahrt den chaotischen politischen Verhaeltnissen in der Ukraine Rechnung. Stippvisiten an Orten, wo die Erdgastrasse verlief mussten aus Zeitgruenden unterbleiben. Kiew sollte unter allem Umstaenden umfahren werden.

Der 1. bis 3. Mai ist traditionsgemaess ein Kampftag der Arbeiterklasse. Der Staatspraesident, eine durch Amerika ferngesteuerte Marionette, hatte das Parlament aufgeloest, damit durch Neuwahlen der eigene politische Einfluss gestaerkt wird.

Nun schmeckte aber der Kuchen den Deputierten zu gut, als dass sie sich der Gefahr aussetzen wollen, eventuell nicht wieder gewaehlt zu werden.

Der Praesident wurde durch verschiedene juristische Eingriffe eingesetzt. Diese grobe Einschaetzung resultiert nur aus der Tatsache, dass er nicht korrekt gewaehlt wurde.

Njeprufer, abends bei Paerchen immer geschaetzt und voller Muell . . . .
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Das man einseitig von Deutschland aus kein Visum zum Besuch der Ukraine benoetigt, dafuer bin auch ich ihm echt dankbar. Mit Polizeiaktionen, Straßensperrungen hatte ich gerechnet, - somit besser nicht durch Kiev dachte ich mir.

Der ganz andere Weg fuehrte ueber BRD-Forst, Polen-Krakau, Ukraine-Lwow, Vinniza, Uman, nach Kremenshug. Zwei mal machten wir Bekanntschaft mit der Strassenpolizei, kamen aber mit Ermahnungen, ohne Geldstrafe davon.
. . . . Geschwindigkeit und laute Musik . . .
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Ein Geschwindigkeitsdelikt und ein nicht ganz korrektes Anhalten an einem Stoppschild waren die Verfehlungen. Eigentlich war geplant abwechselnd zu fahren, aber ganz verschiedene Ansichten ueber das Autofahren, bewirkten, dass mein Begleiter fast ausschliesslich das Steuer in der Hand behielt.

. . . . . . . Schrottsammler ueberall, . . . . Augen auf im Strassenverkehr !
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Das war legitim, weil es sein Auto war. Mir oblag es dadurch den richtigen Weg zu finden. Das aber ist nur mit dem Finger auf der Landkarte einfach, in der Praxis fuehren dann Hinweisschilder manchmal mehr in die Irre und an entscheidender Stelle fehlen sie dann, so dass es nie ganz aus zu schliessen war, dass wir nicht mehr auf dem richtigen Weg waren.
5 mal tanken und schon da.
Bei kurzen Strecken mag das nicht so wichtig sein, aber wenn dann nach über tausend km die Kaelte der Nacht eine Erholungspause, eine Muetze voll Schlaf, verhindert und zur Weiterfahrt anspornt, kommt der Moment, wo die Nerven blank liegen. Solch ein Paerchen was sich nichts sehnlicher wuenscht, als das Ziel endlich zu erreicht, kann man bedenkenlos als Schicksalsgemeinschaft bezeichnen.

Die letzten 1oo km bis Kremenshug waren dann die Hoelle. Bei einbrechender Dunkelheit sehe ich bedeutend schlechter und begann vorsichtshalber immer oefter Passanten nach der richtigen Richtung zu fragen. Jemand und ich glaube, dass war ein Taxifahrer, machte sich den Spass uns in eine verkehrte Richtung zu schicken.

Unsere Gastgeberin hatte nun schon einige Male auf dem Handy angerufen und wir mussten wieder mal unsere Richtung korrigieren. Anstatt wie geplant, so gegen 21:oo Uhr, trafen wir gegen 22:oo Uhr ein. Das hoert sich harmlos an, kann aber sehr belastend sein, wenn der Mitfahrer meint, aber auch immer im Recht zu sein. Ein Lehrstueck, das ich nicht vergessen werde.
Immerhin im TV wurde der Djen Pobjeda, der Tag des Sieges gewuerdigt.

Der Anlass der Reise war die umfangreiche Zahnbehandlung für meinen tapferen Fahrer, die in Kremenshug von statten gehen sollte, für ein Bruchteil der Summe, die sie in Deutschland kosten wuerde. Beladen war das Auto schnell und los gings.

Dieses Jahr wieder eine Maikaeferplage . . . .
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Die hintere Sitzbank wurde komplett belegt, sogar ein altes zusammenklappbares Fahrrad mit Gangschaltung wurde unter gebracht. Das Radio im Auto war leider defekt und die Musik von meinem CD-Player wurde eigentlich nur als stoerend befunden. Gespraeche aber koennen nicht über 2ooo km gefuehrt werden, ohne dass sich nicht hin und wieder gegenteilige Meinungen herausstellen. Es gab einige Hoehepunkte auf der Hinfahrt, auf die ich mal eingehen moechte.

Schnell repariert, ohne viele Worte, auch noch nach 18/oo Uhr . . .

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Die beiden letzten Helden aus der Sowjetzeit . . . . Krokodiel Gena, mit den gefaehrlichen Zaehnen und Tshiborashka mit den lustigen Segelohren. Bei den Kindern weit vor den amerikanischen Zeichentrickfiguren.
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Die Abfertigung an der Staatsgrenze zur Ukraine war zuegig und problemlos. Wer rechnet schon auf den naechsten 5 km mit kuenstlichen Betonhindernissen in 3 facher bis 4 facher Form, ca. 15 bis 20 cm hohe, abgeschraegte Bodenwellen, die für einen 17 Jahre alten Toyota ohne Notbremsung, die ich durch Schreien ausloeste, das Ende der Reise haetten sein koennen.

Das rummst maechtig auch bei 70 km/h . . . . !
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Vinnitza, wie auch andere Orte sehr gross mit wenig Hinweisschilder . . . . . .
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Dass wir der Auspuffanlage bei den weiteren Straßensperren Schaden zugefuegt hatten, stellte sich erst 2oo km vor Krementschug endgueltig heraus.

Im Gespraech mit einem Sieger am TAG DES SIEGES ueber Nazi-Deutschland. In Kiew standen die letzten Helden fast alleine auf der Strasse, . . . . . kein grosses staatliches Interesse.

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Das leichte knatternde Geraeusch hatte sich in ein erhebliches Droehnen verwandelt. Immerhin waren wir 8oo km noch damit gekommen. Ein beherzter Monteur schweisste uns das Auspuffrohr wieder am Kat zusammen und erst jetzt erkannte ich, dass die tiefste Stelle des Autos ca. 8 bis 10 cm Bodenfreiheit bis zur Strasse war, durch das zu befoerdernde Gewicht und die schon über Jahre beanspruchten, ermuedeten Federn. Eigentlich unmoeglich, aber das Ziel wurde erreicht.
Meine Liebe zu Kremenshug habe ich schon in einem vorherigen Beitrag gestanden. Sie ist ungebrochen, genau so, wie die Zuneigung zu den befreundeten Menschen. Galina gab sich wieder viel Muehe mit der Bewirtung, Slavig zeigte uns die Stellen, wo es die Dinge auf den Basaren gab, die uns besonders interessieren koennten.

Sag was auf deinem Hemd drauf stehen soll, er macht es moeglich !
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Voruntersuchung zur Zahn-OP, Roentgen und Termin waren bald festgelegt und vorher wurde noch mal ein feucht, froehlicher Grillnachmittag durchgefuehrt. Der Tag, der OP brachte entgueltige Klarheit, dass betreffende Stelle fuer das Einsetzen von Implantaten nicht geeignet ist und der Knochen ca. ein halbes Jahr aufgebaut werden muss.

Mein taeglicher Fahrradweg bei der Runde mit dem Hund . . . .
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Ohne Knochenaufbau keine lange Haltbarkeit garantiert und obwohl endtaeuschend, zeigte uns dieses Urteil, dass hier nicht mit allen Mitteln Geld verdient werden soll.

Nach einigem hin und her wurde eine Ersatzvariante gefunden, Geld getauscht, angezahlt und am darauf folgendem Montag 14.05. OP angesetzt.

Diese beiden wollten auch ins Internet . . . .
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Wir hatten also Zeit, die wir nutzen konnten. Das Gruen der Baeume wirkt auf uns, das Wetter ist mild, also zeige ich ihm die Stadt, so wie ich sie kenne und hatte den Eindruck, als wuerde ich auch noch einige Schlagloecher wieder erkennen.
Im Stadtteil Krukow, von Kremenshug besuchten wir eine alte Kirche und ich empfand es als durchaus passend in der Kirche eine Kerze zu kaufen, um sie bei dem für unsere Gesundheit und Wohlergehen verantwortlichen Heiligen, an zu zünden.
Der Besuch bei einer Wahrsagerin gab mir Aufschluss, mit welchen widrigen Umstaenden ich auch in der Zukunft zu rechnen habe und mit einem Kassettengeraet wurde die Information auch für meine daheim gebliebene Frau gespeichert und ist nun jeder Zeit abrufbar.

Meine liebe Frau musste nun diese Zeit meiner Abwesenheit überwinden. Das hoert sich eigenartig an, aber wenn man weiss, dass ich stets ein warmes Mahl fuer meine Schwerarbeiterin zubereitet habe, kann man verstehen, dass das allein sein keine Maximalstimmung aufkommen laesst.

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Ich weiss, dass meine Frau schon mehrmals eine der vielen ortsansaessigen Hellseherinnen besucht und befragt hat. Das brachte mich auf diese Idee, mit einem Aufzeichnungsgeraet bewaffnet, auch mal mich um meine Zukunft zu kuemmern.

Im Stadtteil Krukow, in einer unaufaelligen Nebenstrasse, die noch nicht mal befestigt war, blickte ich in die Augen einer aelteren Dame, die mich in ihre Kueche bat auf einem Hocker Platz zu nehmen um ihr meine rechte Hand zu ueberlassen. Diese Umgebung dort war nicht uebermaessig sauber, aber hell und freundlich, genau so mein Eindruck von der kleinen Frau mit buntem Kopftuch. Auf dem elektrischen Herd kochten, dem Geruch nach Kartoffeln und ein Topf mit leckerem Gullasch, denn es war kurz vor Mittag, als sie mich empfang. Zunaechst betrachtete sie die Oberflaeche meines Handrueckens und begann munter, ohne Zoegern mit etwas eintoeniger Stimme, mit einem Gemisch aus russischen und altertuemlich formulierten Worten, aus meiner Vergangenheit zu erzaehlen. Mein Kassettengeraet nahm alles auf, einschließlich die Geraeusche der Kueche, der Uhr, das Hahnengekraehe auf dem Hof. Was sie erzaehlte, war teilweise erstaunlich, denn es entsprach absolut der Wahrheit. Sie zeichnete mit ihren Worten einen klaren Umriss meiner ersten Ehe und ging auf Vergangenheit und Zukunft mit meiner zweiten Frau ein. Dann betrachtete sie sich die Linien in meiner Hand, sprach ueber Krankheiten und legte mein ungefaeres zukuenftiges Lebensalter fest und brachte Erstaunliches, gleichzeitig gute Dinge zu Tage. Auch bei den Linien zwischen Daumen und Zeigefinger fand sie noch einige gute Details herraus, so dass ich mich frohen Herzens von 20 Griven aus meiner Barschaft trennen konnte.
Die Rueckfahrt wurde nach der komplizierten Behandlung geplant, vorher ausgiebig auf allen Basaren nach vielen nuetzlichen und unnuetzen Dingen gesucht. Es begann der Antritt der Rueckfahrt, nach einer Abschiedsfeier, nicht ohne noch ein extra Ruhetag. Die Rueckfahrt wurde ueber Kiew, Konin, Frankfurt an der Oder, erledigt ohne weitere Schnoerkel zu Trassenstandorten.
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ZUSAMMFASSUNG
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Ukraine im Mai 2007
Die Strapazen der Hinfahrt waren schnell vergessen, nach dem wir die erste Nacht wohl behuetet, mit viel Muehe abgefuettert und bemuttert durch unsere Gastgeberin in der Stadt nach dem Rechten sahen. Im Gegensatz zu polnischen Basaren ist es hier etwas vielfaeltiger, unnacharmig interressanter! Meine bescheidene Geldreserve schmolz wie Butter in der Sonne, so dass ich nach wenigen Tagen schon extrem abbremsen musste. Fuer ein paar Sehenswuerdigkeiten hatten wir neben den Arztbesuchen immer noch Zeit. Die Stadt Kremenshug ist um viele Haeuser gewachsen, auch das Milionaersgetto ist um einige Anwesen groesser geworden. Nur die Strassen sind noch mit einigen, nun schon historischen Schlagloechern und immer groesseren Werbetafeln versehen.

Mit dem Hund an der Leine machte ich taeglich immer laengere Fahrradtouren. Es ist eine etwas andere Perspektive die Stadt mit dem Rad zu erleben. Man kann ueber Buergersteige, quer durch Wohngebiete, oder Fusswege an Gewaessern benutzen. Das mitgebrachte Klapprad hat eine Dreigangnabenschaltung, Batterie-Belaeuchtung vorn sowie hinten und stammt noch aus DDR-Zeiten. Es ist also sehr stabil, passt genau hier her.

Der Genosse Lenin steht noch immer schraeg gegenueber dem Stadtparlament und die Spuren von Schmutzfinken zu seinen Fuessen wurden beseitigt. Im Stadtpark herrscht noch eine relative Sauberkeit, aber der Blick auf den Njepr ist getruebt von den vielen Plasteunrat, den gedankenlose Einwohner versehendlich dort liegen gelassen haben. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwaehren, dass dieses Land langsam an diesem angeblichen Wohlstandsmuell zu ersticken droht. Notorische Besserwisser wuerden behaupten, dass die Russen, in diesem Falle Ukrainer, schon immer so garstig mit ihrer Natur umgegangen sind, aber das ist nicht korrekt.

Der Baron Muenchhausen, ein leuchtendes Vorbild für Politiker aller Laender !
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Eine echte Initiative, wie es frueher gab, z.B. Subbotnik, gleichzeitig einen Anreizt schaffen fuer Verwendung das Plastematerial, koennte das Blatt wirklich wenden. Doch die Ukrainer haben Wichtiges zu tun. Sie sollen bald wieder ein neues Parlament bekommen, die Wahlen stehen an, nach dem der halbamerikanische Praesident, selbiges kraft seines Amtes aufgeloesst hatte. Mal abgesehen davon, dass sich die politischen Verhaeltnisse nicht wesendlich aendern koennen, haetten diese sinnlos vergeudeten Millionen fuer die Reinigung vieler Landstriche ausgereicht.

Ueberall interessante Buecher . . . .
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. . bei Protzkis
Was so neben den Strassen, in den Waeldern, an den Ufern an Scherben und Dreck rum liegt, spottet jeder Beschreibung. Im Gegensatz dazu laufen im TV unzaehlige Werbespotts, die zum Konsum aufrufen. Der Hintergrund in solchen Filmchen ist natürlich ohne Muell, die Menschen sind gluecklich und zufrieden und der Preis ist immer ein Supersonderniedrigpreis, mit viel nutzloser Verpackung umhuellt. Wer Arbeit hat bekommt Kredit und das macht sich bemerkbar durch die vielen auslaendischen PKW.

Die Umgebung von 3 bis 4 Haeusern Sommer wie Winter sauber halten, bei so vielen Schmutzfinken ist eine knochenharte Arbeit fuer ca. 70 Euro im Monat.
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Hinweisschild einer Kompressorstation der Drushba Trasse.
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Die Geschwindigkeiten, die in der Stadt gefahren werden, erinnern an Schuhmachers beste Zeiten. Einige Zeitgenossen scheinen in ihren eigenem Hupton vom Auto verliebt zu sein und die Ueberholmanoever erinnern fatal an Kamikazefilme. Da wir im Urlaub sind lassen wir uns zu keinen Wettrennen provozieren.

Plakate am Vormittag und am naechsten Tag.

Des oefteren mussten wir stark bremsen, um einigen Beulen aus zu weichen, doch hier gilt sicher der Spruch -Wer bremst verliert-.
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. . . . . den Tatsachen ins Auge gucken und fleissige Helfer finden ! ! !
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Ein weiterer Hoehepunkt stand an, eine Angeltour mit und bei Pawel. Nach dem wir uns in Pawels Garage von dem ordnungsgemaessen Zustand unter unserem Auto uebezeugt hatten, wurden wir von unserem Freund Pawel eingeladen mit zur Datsche zu fahren und von dort aus eine kleine Angeltour zu unternehmen.

. . . . ab in die Wildnis . . . .

Seine Datsche hat in den letzten 20 Jahren in allen Details eine Perfektion erreicht die nicht nur dem Zweck, sondern auch der gehobenen Bequemlichkeit entspricht.

Man koennte darin wohnen bis zum Winter. Vielleicht auch zur kalten Jahreszeit, aber dann ist man absolut alleine dort und das naechste Dorf liegt mindestens 5 km entfernt, mit auch sehr wenigen Einwohnern.

Die Landflucht ist nach wie vor im Gange. Eine Bauernkate mit etwas Land dahinter soll muehelos fuer umgerechnet 1ooo,- Euro zu bekommen sein. Dagegen ein Haeuschen am Stadtrand, mit etwa 5oo qm Garten mindesten 25 bis 40 Tausend Euro, eine Doppelhaushaelfte nicht unter 1oooo Euro und die Preise steigen unaufhoerlich.

Die Erben verkaufen hier nicht unter 50ooo USD, der Reparaturbedarf ist dann aber noch sehr hoch !
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Bei Eigentumswohnungen sind sie schon viel hoeher als in europaeischen Staedten, ganz sicher ziehen die Haeuser nach. Vergleicht man nun die hier gaengigen Preise mit den der Grossstaedte Kiew, oder Moskau, dann sind das hier noch wahre Schnaeppchen. Ein Neubau ist in der Ausfuehrung wie in Deutschland schon genau so kostspielig, wenn nicht sogar jetzt schon teurer, obwohl die Stundenloehne der Handwerker niedrig sind. Alles wird importiert und die einheimischen Baustoffe werden immer teurer.

Am teuersten ist Stahl, am billigsten die Kalksandsteine. Das erklaert auch die hohen Mauern um einige Anwesen.

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Die Jugend rennt nur mit ner Flasche Bier in der Stadt herrum, auch einige Maedels. Alles raucht und saeuft und kommt sich cool vor !

Jedem seine Mauer . . . . .
Mein Begleiter Thomas hatte sein Angelzeug dabei, Pawel gab den Weg vor und wir tippelten los. 5oo m, quer ueber eine Wiese und in einen Laubwald rein, da war schon ein kleiner Fluss, der in den Njepr muendet, es wird Psjoll genannt. Um die richtige Stelle zum Angeln zu erreichen waren noch 2 bis 3 mal 5oo m noetig.

Ich schnappte mir mein Buch und überliess den beiden Profis die Facharbeit. Obwohl die Sonne volles Programm scheinte, der Wind doch recht kräftig wehte.

Die Pose der Stipprute, die mir Pawel freundlicher Weise fertig machte, zuppelte nicht, der arme Regenwurm ist also regelrecht ersoffen. Thomas seine Bemuehungen waren wenigstens von einigen Wurmabbeissern belohnt, aber Pawel erblinkerte uns zwei Grashechte, so dass wir mit erhobenen Hauptes nach ein paar Stunden den Rueckzug antreten konnten. Der Rueckweg durch die am Standrand von Kremenshug befindlichen Industrieanlagen zeigte uns, wie schwehr die Natur hier noch immer maltraetiert wird.


Wer hier wie ich bekannt ist, wie ein bunter Hund, hat natuerlich die Pflicht einige gute Bekannte zu besuchen. Noch lassen meine Leberwerte solche Sachen zu, doch in nicht mehr all zu langer Zeit wird mir auch das versagt sein. Deshalb los zu unser Freundin Nelja. Mit ihrem Mann hatte ich mich mit selbstgebranntem Schnaps, nicht unter 60% schon einmal duelliert. Er war damal Stahlkocher in der Huette vom Kraz-Werk und wir machten in seiner Küche seiner damaligen Neubauwohnung einen Lieter von dem furtbaren Gesoeff nieder. Waerend ich damals mit viel Muehe und eisernem Willen versuchte vor diesem harten Knochen zu bestehen, habe ich heute leichtes Spiel, weil auch er Herzrhytmusstoerungen und andere Probleme hat. Alkohol ist fuer ihn tabu, . . . na Gott sei Dank.

Bei Nelja trifft sich sich noch praktischer Weise eine Menge Leute, zu denen ich nun nicht mehr unbedingt zum Pflichbesuch erscheinen muss. Wassja, der Hausherr, oeffnet eine Flasche suessen roten Wein und eine Flasche Wodka und ich als Kraftfahrer lehne ab und lasse mich dieses Mal nicht ueberreden, denn ich weiss, dass Wassja dann gezwungen ist mit zu halten, was fuer ihn reines Gift gewesen waere. Es wurden Erinnerungen ausgetauscht zu Kaffee und Kuchen, bis meine Quartiergeberin Galina daran erinnerte, dass es Zeit wird auf zu brechen, weil sie zur Nachtschicht, als Waechter bei einer Baustoffversorgung puenklich erscheinen moechte. Als Altersrentnerin kann und moechte sie nicht auf das Zubrot, die umgerechnet 50 Euro im Monat verzichten. Ohne staatliche Unterstuetzung wuerde ihre Rente nur fuer die monatliche Gasrechnung reichen. Irgendwo ist ein dicker Fehler in der Berechnung ihrer Arbeitsjahre zu Sowjetzeiten, denn Leute mit weniger Anrechnungszeit, geringerem damaligen Verdienst bekommen das Selbe. Durch die staatliche Unterstuetzung wird es weitestgehend ausgeglichen, erfordert aber immer wieder Laufereien zu bestimmten Institutionen, weil dort hin und wieder Computerfehler auftreten, wodurch die Hilfe sporadisch ausbleibt. Telefonisch ist da nichts zu klaehren, persoenliches Vorsprechen beim zustaendigem Natschalnik notwendig, der auch nicht immer Zeit hat, da er den politischen Ereignissen Tribut zollen muss, genau so wie alle Mitarbeiter, bzw. Mitarbeiterinnen, die genau an den zwei Puplikumssprechtagen in der Woche zum Meeting gehen muessen. Bleibt die Zahlung z.B. fuer das Gas aus, wird abgesperrt, was wieder Extrakosten verursacht fuer Absperren und Aufdrehen. Sieht man die gute Besetzung in den Bueros sich genauer an, dann erkennt man einige Paralelen zur deutschen Buerokratie. Unwissende wie ich fragen sich, wozu die Computer erfunden wurden? Anstatt wesentlich weniger Personal vor Ort, hat nun jeder einen PC vor der Nase, genau so, wie der Chef und bekanntlich verderben viele Koeche den Brei.
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Zum Thema Erdgastrasse, ein kleiner, aber fuer mich wichtiger Lebensabschnitt, moechte ich nun auch noch mal kommen. Thomas hatte an diesem zweiten Jugendobjekt der Freien Deutschen Jugend mitgearbeitet, welches unter ungleich schwereren Bedingungen durchgefuehrt wurde. Der Zeitpunkt Fertigstellung der zweiten Trasse war in der so genannte Wendezeit ab 1989, wo dann totale Unsicherheit, Propaganda und widerspruechliche bis ueberhaupt keine Nachrichten, Fragen ueber Verdienst und Abrechnungen das Leben und Arbeiten als Trassenbauer, neben dem ganz normalen Heimweh, sehr erschwerten. Wie in der DDR aenderte sich auch auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR die Einstellung zum ehemaligen Verbuendeten des sich in Aufloesung befindlichem Warschauer Paktes. Der Ton wurde rauher und der Vertragstext war bis zum I Punkt puenktlich zu erfuellen. Heute wissen wir, dass die bewaeltigte Arbeit, Pipeline-Arbeiten an anderen Stellen der Welt bei weitem uebertraf. Qualitaet und Effektivitaet nicht anzweifelt werden kann, denn die Bedingungen waren sehr ungewoehnlich. Thomas hat darueber zwei Buecher geschrieben und verlegt, wobei sein Ton stets vorwiegend freundlich alle Vorkommnisse dieser Zeit beschreibt. Fuer Interessierte hier die Bestellnummern:
Teil 1 Abenteuer Erdgastrasse Suedwest-Ukraine ISBN 3-934955-48-7
Teil 1 Abenteuer Erdgastrasse Westrussland und Ural ISBN 3-934955-82-7
Preis je Buch 14,95 Euro
Auf seinen Wunsch besuchten wir das was vom deutschen Lager uebrig geblieben ist. Diesmal fragte ich wieder die Objektwache, ob wir es betreten duerfen. Eine Frau mittleren alters erkundigte sich bei der Geschaeftsleitung und ein Herr im Arbeitsanzug kam zu uns, um etwas umstaendlich zu erklaeren, dass es nicht gestattet werden kann und Bilder schon garnicht gemacht werden sollen. Ich bedankte mich artig und lief mit Thomas einmal komplett um das Territorium rum, bis wir wieder am Eingang unser Auto erreichten. Dort wartete die freundliche Dame schon, um uns noch einige Informationen zu geben, was zum Teil noch neu dazu gebaut worden ist. Der sehr traurige Anblick war doch verstaendlich nach ueber 30 Jahren, fuer Gebaeude, die nur fuenf Jahre funktionieren mussten. Hier ging es doch nur um die gedankliche Rueckkehr zu einem Ort, wo ich gegessen, getrunken, geschlafen, gearbeitet und auf Post aus der Heimat gewartet habe, wie hunderte meiner Kollegen.
Sogleich machten wir uns auf den Weg zur Verdichterstation, wo der Leiter der Sicherheit bedauerte, dass alle Fuehrungskraefte zur Untersuchung des Rohrplatzers im Kiewer Gebiet sind und ohne telefonische Voranmeldung nichts gehen wird. Nummer angerufen und dann kommt mal gleich vorbei, das war der Startschuss. Obwohl wir beim ehemaligem Wohnlager Pishanje wenig erreichten, wurden wir bei der Kompressorstation sehr freundlich behandelt.

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In einem laengerem Gespraech haben wir uns ueber die Dinge der Zeitgeschichte verstaendigt und beim Rundgang wurden nur sehr freundliche Bemerkungen ueber die Arbeit der Trassenbauer geaeussert. Offentsichtlich hat die Qualitaet der Arbeit bis heute ueberzeugt. Das ist ein sehr schoener Schluss fuer meine Geschichte.

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Es gibt auch teure Schnapssorten!
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Olga mit Tochter . . . . .

Es gibt immer was zu bereden ....

Hinterm Kaufmannsladen . . . . , man beachte die einbetonierten Gasflaschen, damit die Lieferfahrzeuge nicht das Dach beschaedigen !
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7 Griven sind 1 Euro Sprit billig fuer unsere Verhaeltnisse . . . .

Honigladen

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. . . . . in jeder zweiten Strasse eine Spielhoelle, - schwach besucht . . . .
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. . . . such dir was raus Thomas . . . .

Alt und Neu dicht beisammen . . . .

Die boesen Kommunisten sind im KOMMEN !

Stausee bei Swetlowodsk . . . .

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. . . schoen bunt und bloed und noch gefaellt es vielen Ukrainern . . . .

. . . . die Teeverkaeuferin rennt laufend raus mit ihrem Handy . . .
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. . . . und tschuess . . . .

. . . . . keine Sorge mein Schneckchen, ich komme bald wieder . . . . , sei nicht traurig !
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. . . . . Fragen, Meinungsaeusserungen, Anregungen, Kritiken bitte ins Forum, oder an hladam@aol.com
Autor: hladam -- 23.2.2008 13:25:34
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