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Grenzenlose Gedanken

Ueber Grenze, Zaun, Stacheldraht, Signalanlagen, Hunde am Laufband, Selbstschussanlagen, Graeben, Grenzsoldaten, ueber Vorteile und Nachteile einer Mauer.

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Zunaechst mal Gedanken zum Sinn und Zweck, im Zusammenhang mit der Deutschen Demokratischen Republik.

Wozu sind Mauern (Grenzen) da? Natuerlich zum Zusammenhalt, zum Erfassen, Kontrolle, zur Teilung, zum Beeinflussen in diesem Lebensraum. Grenzenlos sind Gedanken, die nach Initiative, Fleiß, Ausdauer, an diesem geschuetzten Platz sich mueheloser entfalten koennen als im Gegenwind kleinlich, auf Eigennutz zielende Unterdruecker. Als leuchtendes Vorbild nenne ich Manfred von Ardenne der bedeutende Ressourcen fuer sich in Anspruch nahm ohne sich um politische Entwicklungen vordergruendig zu kuemmern. Mit diesem Beispiel habe ich einen zu großen Rahmen fuer das Folgende gewaehlt, deshalb schnell zurueck zum Thema Grenze, zur Abgrenzung des Lebensraums. Nicht nur optische, sondern auch praktische Markierung mit Schutzfunktion für alles innerhalb Lebende. Im Sprachgebrauch der DDR Regierung Antifaschistischer Schutzwall, bei den meisten Einheimischen nur Mauer genannt, sollte in Wirklichkeit dieses Bauwerk die im Kalten Krieg zugefuegten Schaeden durch weitere Abwerbung von Fachkraeften verhindern. Ergebnis des Hitler- Faschismus war ein durch Siegermaechte beeinflusstes Deutschland, dazu noch ein gutes Drittel im Einflussbereich der Sowjets, betrachtete sich der westliche Teil als der das rechtmaeßige Deutschland. Zementiert war das durch den Alleinvertretungsanspruch weltweit. Der Rest waren dann die Brueder und Schwestern in der Sowjetischen Besatzungszone. Opfer des NKWD, Stalins Knechte und eine ernste Gefahr fuer die Freie Welt. Parteien unter der Fuchtel der SED, spaeter als Blockfloeten von westlichen Politikern bezeichnet. Nach dem sich die BRD gegruendet hatte, die Deutsche Mark eingefuehrt wurde, blieb den Regierenden im Ostteil Deutschlands nichts weiter uebrig als das Gleiche zu tun. Von der SBZ, das Gebilde was sich DDR nennt, bis zur DDR waren Jahrzehnte vergangen, - der Alleinvertretungsanspruch wurde nie aufgegeben. Der Mauerbau versinnbildlichte nicht nur optisch in Agitation und Propaganda westdeutscher Politiker die Unfreiheit der Ostdeutschen. Pausenlos wurden im Radio die Versorgungsprobleme, Entscheidungen des Politbueros kritisiert. Man kuemmerte sich ruehrend um die politisch Verfolgten auch in den anderen Laendern unter sowjetischen Einfluss. In einem Teil Deutschlands bis zur feindlichen Uebernahme Mangelwirtschaft, im anderen Teil Wirtschaftswunder und Ueberflussgesellschaft. Vergessen wird, dass bis in die fuenfziger Jahre noch Reparationen an die UdSSR gezahlt, sogar Werkseinrichtungen demontiert und in die Sowjetunion geschafft wurden. Mit dem Marshall – Plan wurde die Wirtschaft in Westdeutschland angekurbelt, ein par Kriegsverbrecher gehaengt, die meisten aber wieder in alte Besitzstaende zurueck versetzt. Entnazifizierung halbherzig im Schnellverfahren, ein Nazi buergt für einen anderen Nazi, klingt heute lustig, ist aber gaengige Praxis gewesen. Nazi Werner von Braun z.B., der erfolgreiche V1 Erfinder wurde mit seinem ganzen Team in die USA verpflichtet. Alles wurde dem großen Ziel untergeordnet aus Einflussgebiete die UdSSR friedlich oder auch mit militaerischer Ueberlegenheit zurueck zu draengen. Die Bundeswehr bekam ein eindeutiges Feindbild, die Erlebnisse von Kriegsgefangenen war der Stoff für Filme und Romane, die die Schrecklichkeit des kommunistischen Regimes belegten. Nach dem Mauerbau waren ja alle Ostdeutschen gefangen. So betrachtet war der Bau der Mauer doch ein Fehler. Selbst mit stark vereinfachter Logik nicht bei zu kommen. Einfluss aus dem Radio, TV Tag und Nacht sollte das Zusammengehoerigkeitsgefuehl der Deutschen wach halten. Eine Deutsche Nation, ein Volk, das sind Begriffe aber als Trommelfeuer mit den Worten Freiheit und Demokratie, Nettigkeiten für die armen Landsleute aus Mitteldeutschland und harte Worte (Urteile) für die Regierenden über Jahrzehnte, schaffen ein Gefuehl der Dauerungerechtigkeit bei politisch Desinteressierten. Der RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) streichelten fleißig die Seelen der Helden des Volksaufstandes in der Ostzone. Als Held durfte sich Jeder fuehlen, der mit Staat und Regierung nicht immer einverstanden war. In der Zeit bis zur friedlichen Wende begannen die Regierenden eine sozialistische Scheinwelt zu errichten, die einen Zwiespalt auch für Linientreue darstellte. Kuenstlern, Spezialisten und alle Priveligierten mit Ausreisevisum bot man beste Startbedingungen für einen Neuanfang im Goldenen Westen. Im Schwarzbuch des Kommunismus werden Millionen Opfer gezaehlt, wie viel Opfer der Kapitalismus weltweit forderte und noch kosten wird, das duerfte meiner Meinung nach ein Vielfaches darstellen. Der Feind steht noch immer im Osten und wurde lediglich um einige Schurkenstaaten erweitert. Vom Reich des Bösen ist es ja nur einen Katzensprung bis Terroristan. Fruehzeitig wurden in amerikanischen Denkfabriken Plaene gegen den Sozialismus geschmiedet. Die angebliche Sowjetische Ueberlegenheit durch Panzer und Raketen fuehrte zur Stationierung von amerikanischen Atomraketen in der BRD. Nun sind die Russen einschließlich Waffen und Geraet weg, aber die Ami - Raketen bleiben, genau so wie die Bestaende an Giftgas und chemischen Kampfstoffen. Amerikanische Politiker traeumten vom Herausbrechen eines Staates aus dem sozialistischen Block. Ungarn loeste dann den Domino Effekt aus und die ueberalterte DDR Riege war ueberfordert, so dass die Oeffnung der DDR Grenze den Untergang der sozialistischen Regierungen im Osten perfekt machte.

Die Freiheit sich Vorteile zu suchen verurteile ich nicht, aber das Aufbauen einer Glitzer, kapitalistischen Scheinwelt, die sich gerne sozial gibt, das ist der Dummenfang, mit dem nun das russische Reich uebertoelpelt werden soll. Eine Orangene und eine Rosenrevolution waren erfolgreich, die baltischen Staaten schon frueher willfaehige Helfer der Faschisten, Polen bewerte ich mal nicht, denn sie waren und werden nie unabhaengig. Ich habe die Mauer kommen und gehen sehen. Es war ein Fehler sie zu errichten, denn in der Offenheit und Foerderung der Bodenstaendigkeit waere der Sozialistische Gedanke besser und haltbarer gewesen. Ein zurueck mit Enteignungen zur Volksrepublik wuerde kein friedlicher Handstreich. Ein bisschen Sozialismus gibt es nicht! Somit sind Krisen und Kriege wieder moeglich.

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1989 ahnte ich noch nicht, dass die Tage der Politbueros gezaehlt waren, weil der Generalsekretaer der KPDSU Gorbatschow noch von einem erweiterten Europaeisches Haus faselte und in seinem Buch von dringend notwendigen Veraenderungen in der Gesellschaft redete, ohne nach altem Muster eine Armada von Agitatoren mit klaren Zielen in der Propaganda das Volk hinter sich zu bringen. Gorbi war damals ein selbstherrlicher Einzelkämpfer, oder auf russisch *DURAK*, der seine Rolle, seine Macht falsch eingeschaetzt hatte. Politiker, die sich angeblich immer an den Klassikern des Marxismus Leninismus orientiert hatten, bemerkten keine Widersprueche und ordneten sich unter. Begeisterung im sowjetischen Fernsehen und kritische Sendungen über Missstaende, die oertliche Politkader zugelassen hatten. Auch im DDR Fernsehen tauchten Berichterstatter auf mit frischem Wind und unangenehmen Fragen, die die fuehrende Rolle der Partei auch bei absurden wirtschaftlichen Entscheidungen bloßstellten. Einer Vereinigung beider deutscher Staaten wollte Gorbatschow nicht im Wege stehen, ohne zu ahnen, dass er damit Kraefte entfesselte, die schon seit Jahrzehnten auf die Gunst dieser Stunde gewartet hatten. Der erneuerte Sozialismus mit menschlicherem Gesicht, wo Schwerter zu Pflugscharen werden, die Menschen in Frieden und Freiheit leben, war das hohe Ziel. Das sind aber nur Worte für deren Umsetzung zuerst die Errungenschaften des Sozialismus haetten geschuetzt werden muessen vor dem Zugriff primitiver, nur auf Gewinn orientierter, menschenverachtender Kapitalsvereinigungen. Wie unartige Kinder wollten die mit Begrüßungsgeld geköderten DDR Buerger nicht auf die warnenden Worte einzeln Weiterdenkender hoeren. Jeder hatte noch seinen Arbeitsplatz und bei Besuchen in den westlichen Kaufhaeusern ueberzeugte der Ueberfluss. Gorbatschow ist als Oberster Staatschef Geschichte und kann auf Wunsch für beliebige Veranstaltungen als Referent, oder Preisverteiler für eine verhandelbare Summe gebucht werden. Als Stifter der Vereinigung der deutschen Staaten, oder als Totengraeber des alten real existierenden Sozialismus in Europa ist er belohnt durch eine amerikanischen Stiftung mit einem nicht naeher bekannten Millionenbetrag an Dollars, Ehrenmitgliedschaften einiger nutzloser Clubs, in der Versenkung verschwunden. Im Kreml ist ihm der Zutritt gerechter Weise verboten worden. Der Euphorie folgte das boese Erwachen nach der Abwicklung der DDR-Betriebe und als Ergebnis koennen wir vermerken, dass sich Demokratie den Interessen des Kapitals unter zu ordnen hat und Freiheit nur genießen kann, der entweder ausreichend Kapital hat, oder sich an einer Stelle der Erde befindet, wo Geld keine Rolle spielt. Aber es ist im Rahmen der Globalisierung nur eine Frage in welchem Zeitrahmen Tribut gezollt werden muss.

Zurueckschauend stelle ich fest, dass das vorerst untergegangene System gegenueber der heutigen Welt, das menschlichere war, sonst waere der Schritt zurueck zum Kapitalismus nicht ohne Blut zu vergießen moeglich gewesen. Bei der Zerstrittenheit der linken Bewegungen glaube ich in den nächsten 20 Jahren nicht mehr an Revolution und gesellschaftliche Veraenderungen. Es gibt da allerdings eine Sache, die schon mal alles auf den Kopf gestellt hat, immer unberechenbare Ergebnisse die Folge sind und das ist Krieg. Zu keiner Zeit gab es auf der Welt lang anhaltende Friedensperioden. Letzte Auseinandersetzungen mit Muselmanen lassen mich an die Vernunft der USA und den Verbuendeten zweifeln. Der Terror, der hier bekaempft wird, ist selbst verschuldet und wenn diese arabisch orientierten Laender nicht zu Frieden gelassen werden, dann droht eine gigantische Niederlage der selbsternannten Weltmacht, weil sich der Islam durch das gnadenlose Auspluendern der so genannten Entwicklungslaender durch die internationalen Kapitalsgesellschaften, immer schneller verbreitet. Somit der Sozialismus und der normale Menschenverstand Buendnispartner wird, wenn sich Besitzende ihrer Verantwortung gegenueber der Umwelt wieder bewusst werden. Weil meiner Meinung nach Reichtum verpflichtet und Reichtum kann nicht geschuetzt werden gegen Hass, Wut und lebende Bomben. Als Sozialbetreuer in einem Heim fuer Asylbewerber habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie Fluechtlinge ganz friedlich und freundschaftlich mit einander umgehen, obwohl sie aus mit einander Krieg fuehrenden Laendern stammten. Ausgestattet mit einem Gesetzbuch, der Bibel, dem Koran, dem Talmud, dem kommunistischen Manifest und was es alles noch gibt, erreicht der Vorbeter bestenfalls ein Teil der Glaeubigen. Es muss also außer Angst vor der Waffengewalt zunaechst die zwingende Logik in den Koepfen aktiviert werden. Ich habe erkannt, dass in meinem Lebensraum das Volk mit dem Kampf um Existenz mehr beschaeftigt ist, als mit den Gedanken zur Loesung von Menschheitsproblemen. Mit Kredit wird diszipliniert, weil

* Wer vor Schulden nicht aus den Augen gucken kann, sich um politische Entscheidungstraeger kaum kuemmert.*

Diese Investitionen in die Zukunft für unsere neue Generationen innerhalb der Familie, koennen unsere Nachfahren gut gebrauchen, schlimmsten Falls wieder zu Geld machen um sich ihrerseits von Schulden zu befreien. Es gibt dazu einige Sprichworte, die passend sind.

Was du ererbst von deinen Vaetern, erwerbe es um es zu besitzen!

Die Klassenlose Gesellschaft haben wir aus Eigennutz zunaechst verspielt, aber die Erinnerung an dieses Gebilde, dass sich DDR nannte, sollte bleiben und korrekt uebermittelt werden, weil es noch andere Werte gibt, als die zur Zeit propagierten. Weil die Mauertoten, die Fluechtlingsopfer, zum groeßten Teil Ergebnis des kalten Krieges waren. Die Taeter an den Mikrofonen werden nicht zur Verantwortung gezogen, sie handelten im Auftrag der Alteigentuemer von verstaatlichten Betrieben, des unterdrueckten Kapitals. Nun herrscht Freiheit, mit der Bruederlichkeit ist es nicht weit her, denn immer mehr Ostler haben es satt von Unterstuetzung zu leben. Was aus Ruinen aufgebaut wurde, ist schon lange für eine symbolische Mark verramscht und viele fragen sich wo die Zukunft bleibt, der wir uns zuwenden koennen. Eine Menge Landslaeute zappeln schon im Schleppnetz der wiedererstaerkenden neuen Nazis, da sind Kommunisten, Zigeuner, Neger, nicht zu vergessen die ANTIDEUTSCHEN und natuerlich wieder die Juden im Fadenkreuz. Es ist doch erstaunlich wie sich die Geschichte wiederholen kann.

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Jeder Schuss ein Russ, jeder Hieb ein Brit, jeder Stoß ein Franzos und so weiter.

teresasplatz

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winterfenster

Autor: hladam -- 23.2.2008 13:35:43

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