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Rundschlag

Wieder mal ein literarischer Rundumschlag für Leute, die gerne mal in der Lindebox lesen und herumstöbern, - so als ob wir uns bei einigen Gläschen Cognac in späten Abendstunden gegenüber sitzen und das traute summen der Mücken, die feuchte Kälte uns mahnt, lieber eine warme Jacke über zu ziehen, um dem drohenden Hexenschuss im letzten Moment noch zu entgehen. (Aber Vorsicht vor meinem ach so bösen, extremen Gedankengut!) Viele Leser kenne ich nun schon persönlich und auch solche, die mit meiner Sichtweise überhaupt nicht einverstanden sind, aber sich immer wieder mal freundlich gesinnt, immer wieder sehen lassen. In Gesprächen, bei der Arbeit, beim Auto fahren, beim Radio hören, in Pausen und vor der Nachtruhe, kommen Gedanken, die hier wieder mal digital festgehalten wurden.

Zum Beispiel unser Horst Schlemmer.

Schade, - die HSP war bei den Wahlen zum deutschen Bundestag nicht mit dabei. Nicht jeder kennt ihn, den etwas anderen Harpe Kerkeling, den Spaßmacher im deutschen Film und Fernsehen. Seit einigen Monaten geistert hin und wieder ein Horst Schlemmer über den Bildschirm. Mit Perücke und falschen Zähnen am Oberkiefer, dadurch eine furchtbar nuschelnde Aussprache,  Hausmeisterkittel, bequeme Schuhe, eine  Herrengelenktasche (modisches Accessoire der späten 60`ger Jahre und ich glaube der hat auch gar kein Handy) und ein Gemüt wie ein Schaukelpferd, taucht er auf bei öffentlichen Terminen, wo sich die Schönen und Reichen, die  Politiker, Königsbesucher und das Volk der Gaffer, treffen. Seine Aussprache, seine Anspielungen sind witzig, plump, aber immer sehr treffend. Aus einer Figur, die eigentlich nur für eine Parodie erdacht wurde, ist ein Anti-Star geworden. In dem jetzt gezeigten Kino-Film fliegen ihm die Sympathien nur so zu. Er kandidiert für den Kanzlerposten. Obwohl jedem klar ist, dass es nur Satire ist, würden ihn 18% (aus dem Stand heraus) in Deutschland wählen. Ein Spaß, eine Posse zeigt wie sehr die Politiker dem Volk zum Halse heraus hängen. Somit ist die Politikverdrossenheit größer geworden und hat einen Namen bekommen. Was liegt also näher als eine Horst Schlemmer Partei. Noch mehr Mist als unsere Politiker verzapfen kann der dann auch nicht mehr bauen. Logisch und doch unlogisch, denn Politik ist ist unser Leben, umgibt uns, bestraft uns, belügt uns, - ist verantwortlich für die Weichenstellung in die Zukunft. Ab einer gewissen Größe, erreichtem Status, beginnt bei einigen Volksvertretern die gedankenlose Abgehobenheit. Da leidet das Verständnis für das Einfache, für die unvermeidlichen Interessenskonflikte. Da wirken Lobbyisten, da verlässt man sich ganz auf die Zuarbeiter, da unterschreibt man nur noch, weil man seinem Staatssekretär vertraut. Kurz gesagt, da hat man nur noch das Große und Ganze im Auge, - also sich selbst und die Partei. Das ist dann der Moment, wo man auf Verschwendungsvorwürfe nur noch im Wahlkampfjahr reagiert wird.

Ein Horst Schlemmer würde sich sicher ganz schnell sich angleichen, sich unterordnen, denn er ist nur ein Held so lange er in Ruhe gelassen wird und ungebetene Kommentare geben kann, so wie ich. Deutschland findet wieder seinen Humor, der sich angenehm von dem Freitagnacht Klamauk unterscheidet. Ein bisschen mehr Volksnähe, nicht nur zum Oktoberfest, oder zu diversen Einweihungen, täte den Großkopferten gut. Aber kritisieren und rummäkeln kann ja in dieser Demokratie Jeder. Sind wir nicht alle ein bisschen so wie Horst S.?

Der Unterhaltungswert mag umstritten sein, aber mir gefällt auch dieser Oskar Lafontaine.

In einer vergangenen TV-Morgensendung werden einige markante Persönlichkeiten anlässlich der Wahlen interviewt. Heute war Oskar von der Partei "die Linke" dran. Wieder mal ein interessantes Gespräch mit deutlicher Schärfe, mit Kritik vom Moderator, die ganz kurz, knapp und gut gekontert wurde. Eigentlich habe ich die Linkspartei als eine bourgeoare Partei mit eindeutig linkem Charakter im Gedächtnis gespeichert. Sie wird aber behandelt wie eine Vereinigung von Extremisten, wie Taliban, alka Ida, wie Sauerlandbombenbauer, denn sie wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Obwohl sie sich eindeutig zum freiheitlichen Rechtsstaat mit den demokratischen Spielregeln bekennt, trauen die zurzeit Regierenden ihnen nicht über den Weg. Richtige (leider chancenlose) Kommunistische Parteien sind betont vorsichtig im Umgang und namhafte KP-Führer wie Stalin, Ho tsche Ming, oder Mao (auch ein extremer, unzulässiger Vergleich) hätten so etwas wie Oskar wegfangen und einsperrt. Dennoch ist Oskar in unseren Breiten eindeutig die Galionsfigur und vielleicht sogar der Wegbereiter in eine sozialistische Zukunft. Er ist so gefährlich, weil er zur rechten Zeit das Richtige sagt. Er kann nichts grundlegend verändern, weil dazu die Machtverhältnisse im marxistischen Sinne fehlen. Aber die Linke kann versuchen einige Interessen der Bevölkerung durch zu setzen. Im Großen und Ganzen könnte sie, als an der Regierung beteiligte Partei, in ihren Idealen nur unglaubwürdig werden. Mir ist daher absolut unklar, warum sie so heftig bekämpft wird. Die Aussicht, dass man sein Volk weniger schröpfen könnte, die Futtertröge weniger mästen, erzeugt schon diesen Hass, der völlig überzogen ist. Soziale Marktwirtschaft gibt es nicht, brutale Marktwirtschaft ist angesagt. Oskar mach mal . . . . .

Ossi - Wessi - Nordi - Südi - sind denn diese Namen schon, oder nur, Richtungen?

Irgendwann ist genug mit diesen verallgemeinernden Grobunterscheidungen, sollte man sie meiden. Die meisten Leute mit Tätowierungen trifft man ja auch nicht in einer Hafenkneipe in Singapur sondern auf unseren Arbeitsämtern in der Schlange für die Grundsicherung (Hartz4). Vorurteile und Vorverurteilungen überall. Wenn die Arbeitslosen sich noch viel mehr Mühe geben würden, fänden sie ebenfalls keine kein Beschäftigungsverhältnis mit einer Bezahlung, die für ein normales Leben ausreicht. Unverschuldet bleiben, bescheiden leben entspricht scheinbar nicht dem Zeitgeist. Angeben, mehr darstellen als sein, das begegnet oft. In einer Gesellschaft, wo Kredite die Massen disziplinieren, kommt es zur Krise, wenn das Ausmaß den Möglichkeiten der Bezahlung nicht mehr erreicht werden kann. Wenn dann die Verbindlichkeiten gesammelt und als Anlagemöglichkeit für Rendite weltweit gehandelt werden kann, kommt es zwangsläufig zum Totalverlust bei den Anlegern. Wer im gegenwärtigen kapitalistischen Gesellschaftssystem seinen Stellenwert erkennt und nicht träumt, wird es nicht versuchen vom Tellerwäscher zum Millionär zu schaffen, weil er zu Frieden sein kann, wenn er weiter Teller waschen kann. Die wirklichen Risiken im Leben zu erkennen, sollte nicht schwer fallen.

Gespräche verraten etwas über die Art zu denken, über die Lebenssituation der Sprechenden. Einiges muss man noch abziehen, weil geschönt, oder übertrieben wurde. Die Ehrlichkeit gegen sich selber beginnt selten beim Mitteilungsbedürfnis im Freundeskreis, sondern bei der Abrechnung mit den durchlebten Stationen und dem was noch zu tun ist.

Wenn wir mal genau sind, wird im täglichen Leben viel Wert auf Äußerlichkeiten gelegt. Menschen aus dem Dienstleistungssektor werden nach Kundenfreundlichkeit, korrekte Bekleidung und fachlicher Kompetenz bewertet. Wichtig die Pünktlichkeit bei der täglichen Arbeitsaufnahme, zumindest bei mir. Es wird einfach erwartet und gehört dazu wenn man beurteilt wird, wie zuverlässig man ist. Weniger interessiert, um wie viel Zeit überschritten wurde. Wer unpünktlich zur Abreise erscheint, der erreicht meistens nicht seinen Zug. Somit planen wir vorsichtshalber immer Hindernisse zeitlich ein und sind dadurch oft viel früher an Ort und Stelle. Die Entschuldigung dass man verschlafen hat, die entspricht der Wahrheit, aber die geht gar nicht, weil sie Unzuverlässigkeit signalisiert. Besser eine phantasievolle Katastrophengeschichte auftischen, die wird geglaubt, entschuldigt, schnell vergessen. Der Verschlafende bleibt als der Langschläfer im Gedächtnis.

  Der erste Eindruck ist oft entscheidend für rein gefühlsmäßige Ablehnung, oder Akzeptanz. Wer ungekämmt, verschwitzt, mit seinem Kampfhund zum Bewerbungsgespräch erscheint hat schon verloren. Soweit es geht sollte das Äußere dem gewünschten, erwarteten Erscheinungsbild angepasst sein.

 

 Berlin hat viele Fassetten, Berlin ist in einigen Gegenden nicht als ständiger Wohnsitz zu empfehlen. Die Dame ist 50, sieht jünger aus, aber die schlechten Erfahrungen sprudeln nur so heraus. Auf dem Amt in Berlin-Neukölln ist es noch unerträglicher, als hier außerhalb. Ihre Kommentare wirken auf dem ersten Augenblick ziemlich fremdenfeindlich. Auch in dieser Wohngegend hat sie den Eindruck von dauerschwangeren, Kopftuchträgerinnen umgeben zu sein. Kurz vorm Mittag sieht man dann die Herren der Schöpfung in wichtigen Gesprächen vertieft. In den Begegnungsstätten wird nur um hohe Einsätze gespielt. Im Wohnhaus Messerstecherei, Zank und Streit unter Arabern um Drogengelder. Als es in einer Wohnung dann brannte, kommt die Polizei, die Feuerwehr nur widerwillig, manchmal gar nicht. Der Hinweis dass es da wohl besser wäre woanders hin zu ziehen, bringt sie ganz aus der Fassung. Bezahlbarer Wohnraum ist kaum zu bekommen. Als Kellnerin stößt es ihr bitter auf von einer Kopftuchträgerin zu hören, dass sie doch nicht für 8 Euro, für einen Deutschen arbeiten geht. Selber ging sie schon für die Hälfte zur Arbeit. Da sich die Dame nicht beruhigen lässt, beteuere ich, daran wirklich nicht schuld zu sein und ziehe mich diskret zurück.

Die Stellung der Frau im Osten, wie im Westen, ist ein spannendes Thema. Um genau zu sein ein Zitat:

In der DDR gehörte die Gleichstellung der Frau von Anbeginn zu den offiziellen Zielen der sozialistischen Gesellschaftspolitik.

"Emanzipation von oben"

Zitatende

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Im Wesentlichen wurde aus Not eine Tugend gemacht. Es fehlten Arbeitskräfte, daher die Frauen gebraucht für die Produktion. Immer mehr Berufe wurden von Frauen erlernt, die dann oft als Sprungbrett für ein Ingeneursstudium genutzt wurden. Da gab es das Ingeneur-Sonderstudium für Frauen.  Mit den Erfahrungen aus der Produktion, wurde der Weg geebnet, oft vereinfacht. Das war auch nötig, weil Betrieb, Familie, Kinder, Haushalt und Studium eine hohe Belastung darstellten. Die Ehemänner mussten helfen, wobei einige Ehekrisen wegen der Dauergereiztheit, Abwesenheit und Überforderung nicht selten ein böses Ende nahmen. Waren alle Klippen umschifft, der Abschluss in der Tasche, dann blickten sie froh, stolz und selbstbewusst in eine gesicherte Zukunft. Der delegierende Betrieb hatte schon einen sicheren Arbeitsplatz reserviert, bis zur Rente. Sie waren somit in der Lage ihr Leben selbstständig, ohne materielle Abhängigkeit vom Mann zu bestimmen. Somit erwarben sie sich ihren eigenen Rentenanspruch. Wegen der Doppelbelastung mit Familie und Berufstätigkeit wurde der Kinderwunsch hinten angestellt, jedoch gab es nie Schwierigkeiten das Kind unterzubringen, oder nach einer Babypause auf den Arbeitsplatz zurück zu gehen. Je nach Wichtigkeit des Betriebes, der eigenen Qualifikation, konnte die Wohnraumbeschaffung zur Sache des Betriebes werden, auch Hilfe bei der Durchsetzung beim Anspruch auf mehr Wohnraum, Unterstützung beim eigenen Hausbau (praktisch zum Selbstkostenpreis). Als Fahrer eines Autokranes, war ich an den Wochenenden öfter mal auf Privatbaustellen, wobei die Kranstunden und der Treibstoff mit dem Betrieb verrechnet wurde und der Kranfahrer wurde privat entlohnt, ohne dass jemand auf die Idee gekommen wäre von Schwarzarbeit zu reden. Es gab viele so genannte Feierabendbrigaden, die ganze Garagenkomplexe, zwischen den Neubaugebieten, aus dem Boden stampften, Brunnenringe versenkten und die Elektrik in Wohnstätten, Dächer erneuerten. Gegenseitige Hilfe findet man noch teilweise, vorwiegend im Osten Deutschlands heute in Kleingartensparten und diversen Vereinen. Ein wesentlicher Unterschied zu heute, wo bei der hohen Arbeitslosigkeit Nachbarschaftshilfe am fehlenden Versicherungsschutz bei der Arbeit fadenscheinig scheint.

 

Dann kommt die letzte Überraschung des Tages, mit der man überhaupt nicht rechnet. Auf dem Parkplatz wartet schon jemand und fragt, ob das mein Auto ist. Natürlich meines, gegen das er gekommen ist. Eine Beule im Kotflügel hinten, beim rangieren passiert. Kleiner Zettel und 100 Euro und erledigt. Das Äußere, die Beule, wird durch einige Schläge mit der flachen Hand etwas gemildert. Ich habe fertig! Für heute reicht´s mir!!!

Autor: hladam -- 28.8.2009 18:15:37

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